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Höre hier Teil Zwei des Interviews mit Dr. Karl Probst.

Norman Glaser möchte in diesem Podcast mit unserem Gast Dr. Karl Probst versuchen, eine gesunde Lebensweise ganzheitlich zu betrachten, dabei legen sie den Fokus auf die Darmgesundheit. Im zweiten Teil gehen die beiden näher auf die einzelnen Komponenten der Therapie von Dr. Probst ein.

Dr. Karl Probst ist approbierter Arzt der Allgemeinmedizin, promovierter Physiker und Gesundheitscoach. In den 1980er Jahren begründete er als einziger Arzt gemeinsam mit Helmut Wandmaker und Franz Konz die sogenannte Rohkostbewegung in Deutschland. Er praktizierte nicht nur in Deutschland, sondern auch viele Jahre im Ausland. Besonderes Interesse entwickelte er für alternativmedizinische Heilmethoden und entwickelte so im Laufe der Zeit seine eigene natürliche Gesundheitslehre.

Teil 1 findest Du übrigens hier.

Kurzportrait Dr. Karl Probst

  • Seit 1979 approbierter Arzt (Allgemeinmedizin), promovierter Physiker, internationaler Referent, Gesundheitscoach (Vitalcoach), Sachbuchautor
  • Medizinjournalist auf dem Gebiet der Ganzheitsmedizin und natürlicher Gesundheitslehren, Herausgeber des kostenlosen Gesundheitsnewsletters MedizinKontrovers
  • Als Quintessenz seiner gesamten Erfahrungen und Forschungen schuf Dr. Probst eine eigene Heilmethode, die als Summe verschiedener alternativmedizinisch und naturheilkundlich wirksamer und unterstützender Maßnahmen angesehen werden kann

Darüber sprechen wir

  • Entgiftung und Gefäßreinigung
  • Bedeutung von Braunalgen
  • Säure-Base-Ausgleich
  • Revitalisierung
  • Wiederherstellung der Selbstregulation
  • Energetisierung
  • Entschleunigung

Shownotes

Textversion des Interviews

Norman Glaser: Das ist noch ein guter Hinweis – super. Kommen wir zur zweiten Komponente Ihrer Therapie. Da geht es um Entgiftung, Gefäßreinigung. Was lässt sich darüber erzählen? Wie schaffe ich es dann, dass die Gifte loswerde, die sich im Körper, im Darm befinden?

Dr. Probst: Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Am besten brauchen wir ein Bild, um das jedem zu verdeutlichen. Ich versuche es mal verbal darzustellen: Wir haben Zellen. Sie wissen, jedes Organ besteht aus unzähligen Zellen und diese Zellen sind alles kleine Mikro-Lebewesen. Jede Zelle braucht natürlich Sauerstoff, sie braucht auch Nährstoffe, um zu funktionieren. Funktionieren bedeutet in aller erster Linie: Jede Zelle muss Energie produzieren – das ist dieses komische ATP (Adenosin Triphosphat), also das Benzin jeder einzelnen Zelle.

Deswegen hat der liebe Gott auch die roten Blutkörperchen erschaffen. Die roten Blutkörperchen binden den Sauerstoff in der Lunge und dann wird über den Blutkreislauf, über die roten Blutkörperchen der Sauerstoff in allen Körperteilen verteilt. Das ist nun ganz entscheidend wichtig: Die Arterien verzweigen sich immer feiner in Arteriolen und schließlich in die Kapillaren und schließlich in die Mikro-Kapillaren. Da werden dann die roten Blutkörperchen in die Nähe der einzelnen Zellen gebracht. Aber: Nicht direkt bis zur Zelle, sondern vielleicht mit einem hundertstel Millimeter Abstand. Da muss dann der Sauerstoff hindurch diffundieren, durch das sogenannte Bindegewebe oder Grundsystem. Da gibt es verschiedene Bezeichnungen.

Es ist nun von entscheidender Bedeutung, dass diese schwammartige Struktur, dieses Bindegewebe zwischen der Kapillare und der Zelle, dieser hundertstel Millimeter von denen wir eben gesprochen haben, dass der möglichst sauber ist. Und nun ist es dummerweise so: Erst durch unsere unzuträgliche Ernährung vor allem, alles was mit Kochkost zu tun hat. Da werden Schlacken gebildet, also Überreste, die einfach nicht ausgeschieden werden können. Vor allem wenn wir wenig Sport machen, wenn wir eine sitzende Lebensweise haben, dann werden die nicht ausgemolken. Jede Hausfrau macht das, wenn sie die schmutzige Bratpfanne sauber macht. Sie macht die Bratpfanne mit einem Schwamm sauber und dann ist der Schwamm vollgesaugt mit einer schmutzigen Brühe. Die wird doch dann ausgewrungen, sodass wieder frisches, sauberes Wasser reinkommt.

Dasselbe müssen wir mit diesen ganzen Schlacken machen, die sich im Bindegewebe ansammeln. Und wenn wir das nicht machen, weil wir wenig Sport machen, dann kann man das sehr genau beobachten, da schwellen den meisten Leuten die Füße an.

Warum? Weil da diese schwammartige Struktur nicht ausgemolken wird. Deswegen gibt es auch heute in allen Flugzeitschriften diese Übungen, wie man die Füße bewegen soll und es gibt diese isotonischen Übungen, damit diese schwammartige Struktur ausgemolken wird.

Das heißt also und das ist auch fundamental wichtig: Wir reden über Gesundheit, nicht über Krankheit. Wir wollen Gesundheit erzeugen. Das bedeutet, wir müssen die krankmachenden Einflüsse vermeiden. Krankmachend ist diese Verschlackung der Bindegewebsstrukturen, weil dann die Zellen nicht mehr genügend mit Sauerstoff und mit Nährstoffen versorgt werden können und damit kommt es zu einer Minderfunktion (auf gut lateinisch: functio laesa). Wir müssen ja Latein sprechen, da ist die Kostenrate dann doppelt so hoch. Dann ist jedenfalls Krankheit da. Krankheit ist immer in aller erster Linie Sauerstoffmangel und das wird auch nicht richtig thematisiert. Sauerstoffmangel im Gewebe.

Die äußerst sich in äußerst scheinbaren Diagnosen. Das ist eine Fiktion der Medizin, dass wir für alles solche Unterbezeichnungen haben. Die Hauptbezeichnung ist Sauerstoffmangel durch Verschlackung. Wenn Sie das mal verstanden habe – es ist ganz logisch: Es muss sich entschlacken. Das machen Sie, indem Sie einfach, indem Sie zum Beispiel ein Trampolin kaufen. Und auf diesem Trampolin springen die Amerikaner einen “Rebounding” – ein sehr schönes Wort. Damit wird in einer bestimmten Abfolge die Muskelkette aktiviert und damit wird die Lymphe, die sich in den Geweben angesammelt hat, ausgemolken. Dort sind nämlich die Schlacken drin.

Sauna genauso. Da wird über die Haut über den Schweiß, der Dreck ausgeschieden. Wir müssen also Ent-giften. Entgiftung bedeutet, diese Schlacken müssen raus, über Trampolin, über die Sauna und das Schwitzen. Da gibt es fantastische Studien. Je öfter die Leute in die Sauna gehen, umso höhere Lebenserwartung, umso geringere Krankheit. Da gibt es ganz strenge Korrelationen. Gehen Sie nur einmal in der Woche, haben Sie mehr Probleme, als wenn Sie zweimal in der Woche in die Sauna gehen oder drei- oder viermal. Wenn Sie bis zu sieben Mal gehen, dann sind Sie der Gesündeste. Das ist eine ganz strenge Korrelation, inzwischen gibt es da unzählige Studien.

Das heißt also, wir müssen entschlacken und eine Methode der Entschlackung, die ich schon vor 30 entdeckt hatte, ist über die Algen. Und zwar speziell die Braunalgen. Ich habe darüber auch das erste Buch im deutschsprachigen Raum vor 20 Jahren, 1997, geschrieben “Energieschub aus dem Meer”. Eine ganz fantastische Sache. Inzwischen sind viele Leute da aufgetreten. Speziell die Braunalgen – die Ascophyllum Nodosum. Die haben bezogen auf das Eigengewicht die höchste Alginate-Konzentration und damit die höchste Entgiftungspotenz, die es überhaupt gibt. Da nehmen Sie zweimal zwei Kapseln davon und bereits nach wenigen Wochen kann man merken, wie man innerlich besser funktioniert – die Gelenke knacken nicht mehr, man kann klarer denken. Gerade die älteren Leute, bei denen reißt öfter der Faden ab “wie war das nochmal?” “Wo bin ich überhaupt?” Das geht alles wunderbar harmonisch zurück und zwar ohne Nebenwirkungen. Ganz konkret von der Firma Telonit, die haben die einzigen biozertifizierten Braunalgen Ascophyllum Nodosum, die es auf dem deutschen Markt gibt. Wie gesagt, davon zweimal zwei oder sogar noch dreimal drei Kapseln und dann steht der Verjüngung nichts mehr im Wege. Das ist echt super.

Norman Glaser: Wie kann ich mir das vorstellen? Die Alge kapselt das irgendwie im Darm und man scheidet es ganz normal aus?

Dr. Probst: Genau, das ist ganz einfach. Ja, danke für den Hinweis. Es ist so: Es gibt ein sogenanntes Gleichverteilungsgesetz. Wenn Sie die Gifte haben, dann schaut der Körper und sagt “Meine Güte”, so wie eine Mutter zu den Kindern, sie versucht ja auch alle Kinder gleich zu bedenken und so auch hier der Körper. Der sagt dann, “Gut, dann müssen wir hier ein bisschen in der Leber ablagern und da in der Lunge”, usw. Und in diesem Gleichverteilungsgesetz sind überall gewisse Gleichgewichtskonzentrationen der Toxine.

Wenn jetzt diese Alginate genommen werden, dann bildet sich im Darm ein unlöslicher Komplex, der über den Stuhl ausgeschieden wird, sodass wir jetzt einen Mangel an Giften im Darm haben, weil die über den Komplex ausgeschieden worden sind. Dadurch kommt es dann zu einer Neuverteilung, einer Diffusion, aus den anderen Körperpartimenten – also dem Blut, aus den Knochen und anderen Organen hin in den Darm, sodass laufend ein gewisser Sog an diesen Toxinen in den Darm erfolgt. Dort werden sie dann wieder gebunden und werden wieder ausgeschieden. Es gibt einen permanenten Sog vom Darm und so kommt es im Verlauf von einem halben bis ganzen Jahr – so lange dauert die Therapie, das ist eine Langzeittherapie – zunehmend zu einer Entgiftung, aber man kann sagen, schon nach 6-8 Wochen merken die Leute den Unterschied, zum Beispiel “Ich habe immer einen komischen Brummschädel gehabt, der ist jetzt weg”, “Ich habe immer latente Beschwerden gehabt, meine Leber habe ich manchmal gespürt – ist jetzt weg”.

Das ist ein ganz beglückender Zustand und viele Patienten berichten das. Neulich war eine Dame da, wenn sie sich auf die rechte Seite gelegt hat, dann war das rechte Nasenloch immer verstopft. Irgendwann legt sie sich dann im Schlaf um auf die linke Seite und nach ein paar Minuten ist das linke Nasenloch verstopft. Das haben mir schon unzählige Patienten berichtet. Da ist genau die Klärgrube halbvoll. Und nach wenigen Wochen konnte sie durch beide Nasenlöcher gleichzeitig atmen.

Ich will nur sagen, es ist ganz fantastisch, was da durch diese Entgiftung möglich ist – hochspannend.

Norman Glaser: Was ist denn in Ergänzung, bevor wir es gleich noch einmal zusammenfassen, zu Einläufen zu sagen? Ist das etwas begleitendes, wo ich dann mit Schwefel und Braunalge in Kombination dem Körper helfe, alles soweit abzutransportieren und wie man so schön sagt, eine Darmsanierung zu machen?

Dr. Probst: Absolut, da haben sie recht. Auch Colonhydro ist eine ganz fantastische Sache. Leider muss man ja sagen,… ich hatte in meiner Klinik vier Colon Hyradrathie Plätze und das war schon sensationell, was da rauskommt. Manche Patienten identifizieren “Mensch, ich habe vor 20 Jahren die oder die Kapsel genommen” – da kommt noch dieses Kapselmaterial von vor 20 Jahren raus. Wirklich unvorstellbar, was da alles möglich ist.

Naja, auch der Einlauf, der normale Einlauf, das gehört eigentlich zur Grundausstattung eines jeden Haushalts. So einen Irrigator für ein paar Mark fuffzig aus der Apotheke zu holen und einfach ab und zu mal einen Einlauf machen, gerade zu Beginn. Natürlich.

Norman Glaser: Bringen wird das einmal in den zeitlichen Ablauf: Also, wir haben über Schwefel gesprochen – drei Teelöffel über den Tag verteilt zu fest gegebenen Zeiten. Das über einen gewissen Zeitraum kombinieren mit der Braunalge, am besten 3 x 3 Kapseln am Tag und anfänglich mit den Einläufen – wer mag und will.

Dr. Probst: Genau, das ist das Basisprogramm.

Norman Glaser: Wie lange mache ich das?

Dr. Probst: Das werden Sie beobachten. Es dauert meistens ein, zwei Wochen bis man eine gewisse Entlastung und damit auch eine Eigenmotivation bekommt. Zu Beginn ist es unangenehm, gerade wenn man sehr viel Fleisch ist und solche Sachen, dass man vielleicht etwas kargere Mahlzeiten, vielleicht auch vegetarisch lebt. Aber man bekommt dann schnell die Rückmeldung. Wenn wir anfangen zu entgiften, wenn der Körper merkt, ich werde nicht dauernd neu mit giften vollgestopft, dann passiert folgendes: Es kommt Appetitlosigkeit. Dann wollen wir eine gewisse Zeit lang gar nichts essen. Zwei, drei Tage kann das dauern. Wenn Sie an Essen denken, dann wird Ihnen schon übel. Das muss man unbedingt respektieren. Der Körper hat immer recht.

Paracelsius hat das genannt: Der innere Arzt, der weiß besser als jeder Doktor auf dieser Welt, was für den Menschen in dieser Sekunde gut ist. Dann ist es von entscheidender Bedeutung, wenn diese Appetitlosigkeit kommt, das wirklich respektiert – bis ein natürliches Hungergefühl kommt nach zwei, drei Tagen oder auch länger. Das kommt drauf an, wie stark die Vergiftung fortgeschritten war, bis dann eben ein natürliches Hungergefühl einsetzt.

Norman Glaser: Okay, das heißt, ich nehme das solange, wie es mir gut tut und setze es ab, wenn ich der Meinung bin, mich vital zu fühlen?

Dr. Probst: Genau.

Norman Glaser: Lassen Sie uns noch einmal durch die verschiedenen Komponenten Ihrer Therapie durchs chweben. Sie haben auch schon einiges zum Thema Säure-Basen-Ausgleich gesagt. Das wäre jetzt der dritte Punkt, den Körper versuchen basisch zu halten. Vielleicht können Sie ein paar Tipps geben, wie man das machen kann?

Dr. Probst:  Das geht ganz schnell. Das ist ein uraltes Therapieprinzip. Sie wissen, unsere Großeltern, die hatten als Universalheilmittel als einzigstes zuhause das gute alte Natriumbicarbonat Kaisers. Das ist ein ganz starkes entsäuerndes Mittel. Das heißt, das schiebt den pH-Wert im Körper vom sauren in den alkalischen Bereich – das Beste was Sie machen können, diese Alkalisierung. Das ist auch billig und ein Pfennigartikel. Wir haben das schon vorhin besprochen.

Wir haben den pH-Wert, das machen wir mit dem Natriumbicarbonat, wir haben die Elektronenverteilung und das machen wir mit dem Schwefel. Wenn Sie die beiden Sachen nehmen, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie ihr Körpermilieu so verändert haben, dass gute physiologische Verhältnisse wieder entstehen, die für uns gesundheitsförderlich sind. So einfach ist die Welt.

Norman Glaser: Sehr gut. Dann gibt es die vierte Komponente und da geht es um das Thema Revitalisierung. Was gibt es da?

Dr. Probst: Das ist das Schöne, wir brauchen eigentlich Revitalisierung gar nicht als Programmpunkt, sondern wenn wir die Grundlagen schaffen, dann revitalisiert sich der Körper selber. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Sie kennen ja den alten Medizinerwitz, wo dann der Asthma-Patient sagt “Oh, ich krieg keine Luft”. Dann springt der Doktor auf und sagt “Ja, ja, warten Sie, ich hole Ihnen welche”. Nein, es gibt unendlich viel Luft, es gibt unendlich viel Vitalität. Und bei der Revitalität müssen wir nur die Hindernisse wegnehmen. Wenn wir hier in dem Raum sind und in dem Raum ist es dunkel, dann machen wir halt die Rollläden auf und das Licht kommt herein. Das muss ich nicht aktiv hineinholen, sondern das Licht trägt für sich selber Sorge. Vitalität ist die natürliche Folge einer gesunden Lebensführung. Merken Sie? Der Zungenschlag ist anders. Das ist ein anderer Therapieansatz.

Das ist ganz wichtig, dass wir das verstehen.

Norman Glaser: Ja, und das ist im Grunde auch die nächste Komponente, nämlich die Wiederherstellung der Selbstregulation, die ich dadurch erreiche, indem ich was tue. Wie anfänglich gesagt, die Entgiftung, Gefäßreinigung usw.

Dr. Probst: Ganz genau, absolut. Das ist zum Beispiel eine Sache, die können Sie sofort selber feststellen: Wenn Sie sich eine kleine Infrarot-Sonne in die Ecke stellen. Das können Sie bei Kindern sehr schön beobachten. Die gehen rein in die Sauna, machen die Saunatüre zu und sofort – so sollte es sein – sind hunderte, unzählige von klitzekleinen Schweißperlchen auf der Haut zu beobachten. Je älter wir werden, vor allem je kränker wir werden, das ist aber auch schon bei jüngeren Leuten mit 20 oder 30 der Fall, die müssen dann vielleicht 5-10 Minuten da drin sitzen. Die schwitzen nicht. Denen ist aber so heiß, sie fallen schon bald in Ohnmacht vor Hitze, haben aber keinen Schweißreflex. Genau dann ist die Selbstregulation gelähmt. Das ist die schlechte Botschaft.

Und die gute Botschaft ist die, das kann man wieder trainieren und zwar, indem sie immer wieder in die Sauna gehen und dann dauert es nicht mehr 10 Minuten, bis sie anfangen zu schwitzen, sondern nach ein paar Tagen sind es nur noch 9 Minuten und nach ein paar Wochen 8 Minuten. Das weiß man nicht, wielange das dauert, aber es kann sich regenerieren. Auf jeden Fall könnten wir, wenn wir jeden Tag das machen, dann kommen wir so hin, dass kaum, dass Sie die Saunatüre zugemacht haben, sehen Sie schon die ersten Schweißperlchen. Da schauen Sie einfach mal auf den Handrücken. Dann wissen Sie “Hallelujah, jetzt habe ich wieder eine regenerierte, einigermaßen normal funktionierende Selbstregulation hergestellt. Das ist die frohe Botschaft.

Norman Glaser: Super, das sind wieder wertvolle Tipps. Die sechste Komponente ist das Thema Energetisierung.

Dr. Probst: Ja, auch das wieder, das ist das Fantastische! Wir brauchen Energie. Jede Zelle muss Energie produzieren und dazu müssen wir ihr Sauerstoff anbieten. Das geht nur, wenn der Sauerstoff gut dahin kommt, indem wir die Gifte vorher ausgeleitet haben. Die Hindernisse, die die Sauerstoffdiffusion zu den Zellen verhindert haben, indem die beseitigt und ausgeschieden werden.

Die Reenergetisierung bedeutet, der Körper macht das alles. Da gibt es unzählige Nobelpreisträger zum Thema, wie das alles läuft, aber im Grunde wissen wir überhaupt nichts, was da abläuft. Wir wissen nur, wenn wir der Zelle genug Sauerstoff anbieten und wir bieten ihr gute Nährstoffe an, dann funktioniert die einfach.

Wir müssen nur diese Grundlagen machen, so wie bei der Automobilproduktion. Da müssen die Zulieferanten die Bolzen und die Schrauben, das muss alles vorhanden sein und dann fangen sie an zu montieren und hinten kommt ein Automobil heraus gespuckt raus. Es müssen aber die Rohmaterialien stimmen. Wenn da irgendeiner in der Lieferkette nicht funktioniert, weil er nicht geliefert hat, dann kann man das Auto nicht fertig stellen. Das ist die Tragik, dass eben auch solche Kleinigkeiten, zum Beispiel Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, gute Rohmaterialien nicht funktionieren. Da muss man sich auch fragen: Wenn beim Auto eine Kleinigkeit ist, dann rennen wir sofort in die Werkstatt. Und beim menschlichen Körper, da wird mehr oder weniger essbarer Müll hineingestopft und dann wollen wir 100 Jahre leben. Wir sind doch absurd! Das kann doch nicht funktionieren.

Norman Glaser: Das finde ich so toll, dass Sie das sagen, weil es ist ein Bewusstwerden, was an Energien ich aufnehme. Da kann man einfach auch mal auf seine Sinne hören und sich Gedanken macht: Was esse ich (Geschmackssinn)? Was rieche ich? Was sehe ich? Was höre ich? Was höre ich auch vielleicht mal nicht?

Dr. Probst: Absolut, das ist dieser Instinktansatz. Genauso ist. Deshalb predige ich auch immer, dass wir viel mehr uns von diesen ganzen Sinneseindrücken fernhalten sollte. Dauern ferngucken zum Beispiel. Goethe hat das so schön gesagt: “Dummes Zeug kann man viel reden, man kann es auch schreiben. Es wird weder Leib noch Seele töten, wird alles beim Alten bleiben. Dummes Zeug aber vor’s Auge gestellt, hat ein magisches Recht, weil es die Sinne gefesselt hält, bleibt der Geist ein Knecht.” Also vorsicht vor dem Fernsehen.

Wenn wir still werden und sozusagen auf geistiger Ebene fasten, dann kann folgendes passieren: Dann werden wir von innen her die Weisung spüren, was wir jetzt zum Beispiel essen. Worauf hat man dann Appetit? Dass wir da viel deutlicher den Instinkten folgen können. Absolut.

Norman Glaser: Das deckt sich eigentlich auch mit den nächsten vier Modulen, nämlich einmal Regeneration und Stressmanagement. Dass ich genau darauf achte. Das Thema Entspannung, Bewegung und vielleicht auch Meditation. Ich persönlich meditiere.

Dr. Probst: Absolut. Meditation hängt damit absolut zusammen. Das ist eine gewisse Ent-schleunigung, also nicht Be-schleunigung. Die Losung zur Erlösung liegt tatsächlich in der Entschleunigung. Wir sind ja alle in dieser Weltmühle drin und das habe ich schon vor vielen Jahren entdeckt: Wir müssen Widerstand leisten gegen diese Beschleunigung. Die Taktfrequenz wird laufend erhöht und wir müssen aktiv durch eine Entschleunigung gegen regulieren. Das machen Sie, indem Sie immer wieder kleine Pausen machen. 10-20 Sekunden genügen bereits, in denen wir bewusst innehalten und sagen “Moment! Was mache ich hier? Warum muss ich das in diesem Tempo machen? Ich nehme es einfach ein bisschen langsamer”. Das ist etwas, was man von den Südamerikanern lernen kann.

Jedes Ding hat zwei Seiten. Natürlich haben wir nicht – und wir haben vorhin schon gesagt, dass Deutschland weltweit an der Spitze steht – die Frage ist aber: Wozu? Brauche ich fünf Autos oder genügen auch vier? – so ungefähr.

Körperliche Bewegung. Wir haben zwei Beine, rechtes Bein und linkes Bein. Das eine Bein ist gesunde Ernährung, das andere Bein ist körperliche Bewegung. Die gehören zusammen. Wir können nicht alles nur mit der Ernährung machen, genauso wie wir – das macht ja Coca Cola und diese ganzen Strolche… Körperliche Bewegung kann Ernährungssünden nicht vollständig austarieren. Beides gehört zusammen: Körperliche Bewegung und Ernährung.  

Norman Glaser: Was ich auch sehr spannend fand, ich habe es in einem Videobeitrag von Ihnen bei YouTube gesehen, dass Sie das Blut einer Patientin untersucht haben und dort sehen konnten, in welche seelischem Zustand sie ist.

Dr. Probst: Das ist korrekt. Es gibt die mikroskopische Analyse, dass wir uns die einzelnen Formelemente angucken und die zweite Komponente ist, dass Sie das ganze Blut… Sie kennen ja die Analoggesetze, die hermetischen Gesetze. Das bedeutet, wie oben so unten, wie außen so innen, wie Anfang so das Ende; Mikrokosmos, Makrokosmos. Das heißt also, die Bauprinzipien in der sichtbaren und unsichtbaren Welt sind überall dieselben. So wie, wenn sie in der Außenwelt Chaos um sich haben, ist es dann auch im Körper. Wenn sich dann diesen Blutausstrich in der Gesamtheit anschauen, dann sehen Sie, in welchem seelischem Zustand der Betreffende ist. Ist er chaotisch, ist er in Unruhe, in Alarmbereitschaft, in Ängsten? Die allermeisten Menschen haben fürchterliche Ängste. Wir sind ja alle angstgesteuert. Deswegen wird der Monat auch so lang gehalten im Verhältnis zu den meisten Einkommen, die die Menschen haben, dass sie immer in Not und Sorge sind. Dann sind sie besonders gut beeinflussbar und steuerbar. Das ist ja die Sauerei.

Deshalb, das war immer meine Lebensaufgabe, sollten wir soweit kommen, dass wir zumindest gesundheitlich so autark sind, dass wir nicht mehr auf das verdammte Krankensystem angewiesen sind. Das ist möglich, das habe ich bewiesen.

Norman Glaser: Ja. Herr Dr. Probst, wir sind jetzt am Ende des Interviews angekommen und ich glaube, die Hörer merken auch, wie inhaltsreich unser Gespräch war und dass Sie auch mit voller Leidenschaft hinter dem stehen, was Sie sagen. Ich möchte Ihnen das Schlusswort überlassen und dann machen wir den Sack heute hier zu.

Dr. Probst: Vielleicht darf ich philosophisch antworten: Ich würde Ihnen empfehlen, den sogenannten Zen-Buddhismus anzuschauen. Das war die Variante, die in Japan groß geworden ist. Da gibt es sehr viele Bücher vom großen Zen-Meister und da gibt es einen Spruch, der mich seit etwa 50 Jahren begleitet und immer wieder meditiere ich über diesen wunderbaren Spruch. Der hat es natürlich in sich, auch das ist alles Entschleunigung. Auch der Cherubinische Wandersmann von Angelus Silesius kann ich empfehlen. Das sind alles kleine zweizeilige Sprüche. Da müssen Sie wirklich Minuten lang nachdenken, um zu verstehen.

Der Spruch, den ich zum Abschluss Ihnen bitte auf den Weg geben möchte, ist von einem Zen-Meister, der um 1800 gelebt hat. Der hat damals einen wunderschönen Satz gedichtet, und zwar war das 1810. Da gab es in Nordjapan ein Erdbeben und dann kam eine Überschwemmung. Über 1.000 Japaner sind gestorben und dann setzte sich dieser Zenmeister hin (von dem übrigens sehr schöne Geschichten und viele Bücher existieren) und hat folgenden Vers geschrieben:

“Wenn Dir ein Unglück begegnet, dann ist es gut, dem Unglück zu begegnen. Wenn Du sterben musst, dann ist es gut, zu sterben. Dies ist die wunderbare Weise, dem Unglück zu entgehen.”

Norman Glaser: Sehr schön. Das lassen wir genauso stehen. Vielen Dank, Herr Dr. Probst.

Dr. Probst: Herzlichen Dank, alles Gute und bis zum nächsten Mal vielleicht.