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Täglich begegnen uns hunderte Theorien und Aussagen zum Thema Diät und Fitness. Doch Abnehmen ist nicht schwarz oder weiß. Es ist subjektiv und wird von jedem Menschen anders angegangen und wahrgenommen. Und das ist gut so. 
Dennoch gibt es einige allgemeingültige Aussagen, die so gut wie immer gelten. 
Welche das sind und welche Mythen Märchen sind, haben wir hier für Dich aufgelistet, um ein bisschen Licht ins Dickicht des Diätendschungels zu bringen.

1. Weniger Essen macht schlank

Ja und nein. Sicherlich ist die Kalorienzufuhr im Abnehmprozess sehr wichtig. Friss die Hälfte (FDH) ist deswegen so erfolgreich und hält sich seit Jahrzehnten in der Diätengeschichte, weil weniger Kalorien eben meist tatsächlich zu einem flacheren Bauch führen. Macht ja auch Sinn: Kommt weniger rein, muss auch weniger verbrannt werden. Allerdings heißt weniger Kalorien auch weniger Energie. Der Körper stellt sich nach einiger Zeit auf die verminderte Kalorienzufuhr ein und verbrennt langsamer. Er ist dann im Sparmodus. Dieser kommt aus der Urzeit, wenn es in den Wintermonaten weniger zu essen gab. Um zu überleben, fährt der Körper auf einen Minimalzustand herunter und versucht so wenig wie möglich zu verbrennen, damit die Reserven möglichst lange bis zur nächsten Mahlzeit halten. Dieser Überlebenszustand trifft heutzutage kaum noch ein, unser Körper hat ihn jedoch noch inne. Essen wir also dauerhaft weniger, werden wir allenfalls müde und verbrennen immer weniger Kalorien, was bedeutet, dass wir in einem Abnehmprozess stetig immer weniger essen müssten, um einen dauerhaften Effekt zu sehen. Reduzierst Du die Nahrungsaufnahme dann jedoch immer weiter, endest Du irgendwann bei einer 0-Diät, und dass dies ungesund und keine dauerhafte Lösung ist, sollte wohl jedem klar sein.
Die bessere Variante ist also: Bewusst essen statt einfach nur weniger.

2. Obst und Gemüse können in rohen Massen verzehrt werden

Einfache Antwort. Gemüse: ja. Hier kannst Du tatsächlich nach Herzenslust schlemmen. Bei Obst ist das etwas schwieriger. Zwar ist Obst dank der enthaltenen Vitamine gesund und durch die Süße ein toller Ersatz für Süßigkeiten und Schokolade. Diese Süße kommt jedoch ebenfalls von einem Zucker. Dem Fruchtzucker (Fructose), um genau zu sein. Und darum ist Obst trotz Vitamine gar nicht so gesund. Zwar ist Fructose leichter verwertbar für den Körper als Industriezucker, vor allem wenn er gemischt mit Ballaststoffen und Vitalstoffen kommt, wie im Falle Obst – dennoch sollte nicht die gesamte Ernährung aus Obst bestehen. In Maßen ja, in Massen nein. 2-3 kleinere Portionen pro Tag für die Vitamine, mehr sollten es nicht sein.

3. Trinken hilft bei der Diät

Ja! Wasser ist ein Wundermittel. Wasser füllt den Magen und killt so das Hungergefühl. Es reinigt die Haut und durchspült die Organe. Es regt die Verdauung an und hat 0 Kalorien. 2-3 Liter sollten wir täglich zu uns nehmen, mehr bei sportlicher Betätigung. Mit einem Stück Zitrone oder einem Teebeutel kann das Wasser geschmacklich attraktiver gemacht werden, auf Säfte oder Süßgetränke wie Cola und Co. sollte jedoch verzichtet werden. Alkohol hingegen hat rohe Mengen an Zucker und Kalorien und Kaffee entzieht unserem Körper Flüssigkeit. Auch diese beiden Getränke sollten daher mit Vorsicht behandelt werden.

4. Sex und Küssen macht schlank

Wäre das nicht schön? Ein Fitnessprogramm aus Matratzensport? Tatsächlich verbrennen wir Kalorien beim Sex und auch beim Küssen. So wie wir Kalorien beim Abwaschen oder staubsaugen – kurz: Bei jeder Aktivität verbrennen. Eine halbe Stunde Bettsport verbrennt durchschnittlich jedoch nur 80 Kalorien. Da muss man also schon ganz schön aktiv werden, um das Fitnessprogramm mit Sex zu ersetzen. 
Schaden tut’s aber sicher nicht und schließlich leben frisch Verliebte bekanntlichermaßen nur von Luft und Liebe und nehmen deshalb oft automatisch ab.

5. Ich kann durch Sport gezielt an bestimmten Stellen abnehmen

Schön wäre es, wenn wir gezielt nur die Fettpölsterchen an der Hüfte bearbeiten könnten, die BH-Größe aber bliebe. Leider aber auch hier: ein Märchen.
 Der Körper verbrennt mehr Fett, je mehr Muskeln er hat. Allerdings verbrennt er überall. Arbeiten wir also am Sixpack, verbrennen wir trotzdem auch an den Beinen und umgekehrt. Was Du allerdings bewirken kannst, ist die Straffheit und Form. Ein runderer Po kommt vom Po-Work-Out, definierte Arme kannst Du mit einem Arm-Work-Out bekommen und das Sixpack natürlich mit Übungen für die Abs. Es lohnt sich also so oder so, an den Stellen des Körpers zu arbeiten, die Du formen willst. Die Verbrennung an anderen Stellen ist dann nur noch Nebeneffekt.

6. Vegetarier und Veganer sind schlanker

Fleisch und Milchprodukte sind oft fetthaltig und somit sind Veganer generell schlanker. Nicht ganz. Auch Bohnen oder Nüsse, sowie andere Gemüsesorten enthalten Fett, Nudeln enthalten Kohlenhydrathe und Zucker ist ebenfalls in veganen Produkten zu finden. Da Vegetarier und Veganer jedoch ihr essen meist genau untersuchen, um sicherzugehen, keine tierischen Produkte zu sich zu nehmen, essen sie oft automatisch gesünder und bewusster, da sie genau wissen, was da in ihren Körper kommt. Durch dieses Wissen ist es für Vegetarier und Veganer leichter, das richtige zu essen, nicht nur im Bezug auf tierische Produkte, sondern auch im Bezug auf Fett, Kohlenhydrate, Kohlenhydrate und Zucker.

7. Fett ist böse

Wer Fett verlieren will, darf kein Fett essen. Klingt logisch, ist aber so nicht ganz richtig. Tatsächlich braucht der Körper Fett und Fett ist nicht gleich Fett. Wir benötigen vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Leinsamenöl zu finden sind, zum Überleben. Je nach sportlicher Betätigung brauchen wir ca 1 Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht (also 60 Gramm bei 60 Kilo Körpergewicht) pro Tag. Bei erhöhter sportlicher Betätigung mehr. Fett ist also nicht generell böse, sondern es gilt, das richtige Fett zu finden und es in gesunden Maßen zu konsumieren.

8. Ausdauersport macht schlanker als Kraftsport

Quatsch. Zwar verbrennen wir beim Ausdauersport vermehrt Kalorien, jedoch nur, während wir aktiv sind. Kraftsport hingegen lässt die Muskeln wachsen und Muskeln verbrennen sogar im Ruhezustand weiterhin Fett. Auf lange Sicht ist der Kraftsport also die bessere Variante. Eine weitere Möglichkeit ist HIIT, also Hochintensives Intervalltraining. Am besten ist natürlich eine gesunde Mischung. Und keine Sorge an alle Frauen, die Angst vor zu großen Oberarmen haben: Wenn Du nicht gerade mit Mega Gewichten in der Bodybuilder-Klasse trainierst, wirst Du automatisch definiert statt massig. Auch mit Gewichten.

9. Es gibt die eine Lösung

Gibt es nicht. Jeder Mensch funktioniert anders, jede Diät ist anders. Jede Situation erfordert andere Umstände und Reaktionen. Manche mögen Frühstück, andere nicht. Manche essen weniger, andere kleinere dafür häufigere Mahlzeiten. Manche machen Kraftsport, andere Ausdauersport und wieder andere leben einfach aktiver und nehmen die Treppe statt den Aufzug. Den einen richtigen Weg gibt es nicht. Lass Dich nicht verunsichern und höre in Dich hinein, um Deinen ganz eigenen Weg zur dauerhaften Gewichtskontrolle zu finden.