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Gesundheit vor der Haustür

Medikamente können schon manchmal ein ganz schön großes Loch in die Brieftasche reißen. Ebenso teure Pflegeprodukte, Cremes und Superfood. Dabei muss das gar nicht sein, denn vieles wächst bei uns in Deutschland direkt im Garten – oder kann zumindest angebaut werden. Mit wenigen Handgriffen und ein bisschen Platz vor der Tür oder zur Not auch auf dem Balkon kannst Du Dir Deine eigene kleine Apotheke inkl. Kräutergarten und Drogeriemarkt schaffen. Und das für wenig Geld und noch viel biologischer und natürlicher als die beste Creme aus der Apotheke.

Ob man nun auf Aspirin und Co. völlig verzichten kann und mag, ist wohl etwas weit voraus gegriffen, dennoch können Kräuter und Pflanzen aus dem eigenen Garten eine tolle Ergänzung zum Wohlbefinden, für den Speise- oder Getränkeplan oder für die Heilung verschiedener Beschwerden sein. Natürlich solltest Du Dich vor der Einnahme immer gründlich informieren. Nebenwirkungen und auch Schadstoffe können selbst bei den wunderbarsten Heilpflanzen nicht ausgeschlossen werden. Die Pflanzen und Kräuter, die wir Dir vorstellen sind neben ihrer Wirksamkeit vor allem einfach in der Handhabung und den meisten von uns auch nicht gänzlich fremd.

Tatsächlich wirst Du sicher schon die meisten Namen und vielleicht auch die ein oder andere Wirkweise kennen. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Pflanzen und Kräuter, doch zunächst möchten wir Dir heute die bekanntesten vorstellen und Dir außerdem zeigen, wie Du sie bestmöglichst anbaust und vor allem, was sie tatsächlich bewirken können. Damit steht auch Deinem eigenen Kräutermix nichts mehr im Wege.

10 heilende Pflanzen, die in Deinem Garten wachsen (können)

Aloe Vera

Ein wahres Wundermittel beinhaltet diese Pflanze. Das kühlende Gel, das aus den fleischigen Blättern gewonnen werden kann, wird gern gegen Sonnenbrand oder Insektenstiche angewendet. Aber auch andere Hauterkrankungen oder kleine Schnitte können Linderung durch Aloe Vera erfahren. Auch als Feuchtigkeitscreme eignet sich Aloe Vera, wenn man sie auf die Haut aufträgt und wird daher oft in Beauty-Produkten verwendet. Der Verzehr von der Pulpe kann außerdem bei Verdauungsproblemen und Darmbeschwerden helfen, Aloe ist also ein wahres Multi-Talent. Anbau: Aloe Vera mag vor allem Wärme, solltest Du also in einem eher regnerischen und kalten Gebiet wohnen, eignet sich dieser Alles-Könner besser als Zimmerpflanze. Ansonsten ist bei Aloe Vera recht wenig falsch zu machen. Sie wächst in den meisten Böden. Die Torfballen können im Sommer feucht gehalten werden, im Winter braucht die Pflanze wenig bis gar kein Wasser. Vergisst Du also einmal, Deine Aloe Vera zu gießen, wird sie es vermutlich trotzdem überleben. Möchtest Du ihr etwas Gutes tun, stellst Du sie am besten an einen warmen, sonnigen und trockenen Ort und befeuchtest sie von Zeit zu Zeit geringfügig.

Fenchel

Fenchel wird bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt und wurde besonders in der traditionellen chinesischen Medizin sehr geschätzt. Die Wurzel sowie die samenähnlichen Früchte können durch ihre entkrampfende und schleimlösende Wirkung bei Husten sowie Blähungen und sogar Asthma genutzt werden und die fleischige Knolle bietet ein hervorragendes Gemüse zum Verzehr. Fenchel wird meistens als Tee oder Tinktur weiter verarbeitet.

Anbau: Der Knollen-Fenchel braucht einen lockeren und durchlässigen Boden, dazu einen sonnigen Standort, er sollte jedoch auch regelmäßig gegossen werden, da Trockenheit dazu führen kann, dass er zu schnell sprosst. Die beste Zeit, um Fenchel selbst anzubauen, beginnt im April-Mai, wenn die Temperaturen es zulassen. Da Fenchel viele Nährstoffe braucht, solltest Du ihn regelmäßig düngen.

Kamille

Die Blütenköpfe der Kamille mit heißem Wasser übergossen, können als Tee oder als Aufguss verwendet werden und beruhigen Rachen, Lungen und Brust. Husten, Heiserkeit oder Erkältungen werden seit Jahren mit den weiß-gelben Blumen bekämpft. Doch auch Magenbeschwerden und Geschwüre im Mund können durch Kamille (getrunken oder gegurgelt) gelindert werden. Die gesamte Pflanze ist übrigens verzehrbar, kann aber in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen.

Anbau: Die beste Heilkraft hat Kamille nach 1-2 Jahren. Die Samen (gekauft oder in der Natur gesammelt) pflanzt man am besten im August-September an. Am liebsten mag Kamille einen neutralen oder sauren bis alkalischen Boden und nicht zu viel Wasser. Dauerbefeuchtung sollte man also vermeiden, Regen reicht völlig.

Rosmarin

Rosmarin schmeckt nicht nur toll zu Kartoffeln, er tut uns auch richtig gut. Und zwar vor allem unserem Gedächtnis. Durch die Carnosinsäure im Rosmarin werden kognitive Fähigkeiten verbessert und das ist inzwischen sogar nachgewiesen! Es verzögert quasi die Alterung unseres Gehirns und kämpft gegen Alzheimer. Da Rosmarin auch gut schmeckt und riecht, kann man ihn einfach regelmäßig übers Essen streuen oder mit heißem Wasser aufgießen und auch der Anbau ist denkbar einfach.

Anbau: Rosmarin kann im Supermarkt gekauft werden oder Du pflanzt ihn einfach in einen kleinen Topf mit herkömmlicher, neutraler Erde. Regelmäßiges Gießen, dann lebt er auch auf der Fensterbank weiter, im Garten übernimmt das schnell der Regen.

Lavendel

Hmmmmmm riecht das gut! Lavendel im Garten zu haben lohnt sich schon alleine deshalb. Getrocknet in einem kleinen Säckchen im Kleiderschrank eignen sich die lila Blättchen sogar als Mottenbekämpfung. Die kleinen Biester mögen den wunderbaren Duft nämlich überhaupt nicht. Therapeutisch gilt Lavendel als Stimmungsaufheller und wird beispielsweise in der Aromatherapie gegen Depressionen oder Kopfschmerz eingesetzt. Allein das Riechen an den Blüten kann schon seine Wirkung zeigen, wenn Du keine Lust oder Zeit hast, ätherische Öle herzustellen. Eine andere Variante wäre, die Blüten zum Badewasser hinzuzugeben oder in kleinen Säckchen zu trocknen. Unter dem Kopfkissen kann Lavendel den Schlaf verbessern und beruhigen und auf die Haut gerieben wirkt es antiseptisch und entzündungshemmend.

Anbau: Lavendel ist recht anspruchslos, daher sieht man es auch an jeder Ecke. Ideale Bedingungen sind jedoch lockerer, nährstoffarmer und sandiger Boden, an einem sonnigen, trockenen und windgeschützten Platz. Lavendel ist kälteempfindlich, die beste Zeit zum Pflanzen ist also im Mai, es sei denn man pflanzt indoor. In diesem Fall sollte für den Wasserablauf eine Tonscherbe auf die Blumentopföffnung gelegt werden. Ansonsten braucht der Lavendel wenig Pflege; Trockenheit und Feuchtigkeit übersteht er gut. Zurückschneiden kann das Wachstum begünstigen, zwingend nötig ist es aber nicht.

Johanniskraut

Johanniskraut nimmt als Sonnenpflanze die Strahlen der Hochsommersonne auf und speichert sie für uns für dunklere Tage. Dementsprechend wirkt sie entspannend, antidepressiv und entkrampfend, wie die Sonne selbst. Sie wirkt außerdem antibakteriell und beruhigend und wird besonders gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Dazu gehören auch Wechseljahre, Pubertät und Schlafstörungen. 2015 war Johanniskraut sogar die Arzneipflanze des Jahres. Johanniskraut kann als Tee, in homöopathischer Form oder auch als Konzentrat eingenommen werden.

Anbau: Johanniskrautsamen können einfach im Baumarkt gekauft werden und gedeihen am besten auf durchlässigem und trockenem, leicht kalkhaltigem Boden, der in der Sonne oder im Halbschatten liegt. Ist die Pflanze einmal gewachsen, reicht Regen, bei einer längeren Trockenperiode sollte jedoch regelmäßig nachgewässert werden.

Salbei

Schon wieder ein Multitasking-Talent! Salbei kann so ziemlich alles: Er regt den Appetit an und hilft bei Blähungen. Er wird gegen prämenstruelle Beschwerden und durchs Einatmen mit einem Aufguss auch bei Atemwegserkrankungen inkl. Asthma eingesetzt. Bei übermäßigem Schwitzen und Speichelfluss kann er ebenfalls Abhilfe schaffen. Die Blätter gelten als gefragtes Gewürz in der italienischen Küche.

Anbau: Salbei kann direkt zusammen mit Rosmarin angebaut werden, übrigens auch ganz leicht auf dem Balkon. Salbei mag gerne direkte und viel Sonne, ansonsten ist er anspruchslos. Er wächst mit Trockenheit sowie geringem Gießen (lieber zu wenig als zu viel) und braucht nur einen nährstoffarmen Boden. Oft gibt es Salbei als fertige Pflanze im Topf im Supermarkt zu kaufen.

Ringelblume

Sie kann nicht nur heilen sondern sieht auch so schön aus, mit ihren goldgelben Blättern! Die Ringelblume ist bekannt als Wundheilmittel, daher wird sie oft in Salben verwendet. Sie kann jedoch auch innerlich Heilung bei Menstruations- oder Magenbeschwerden verschaffen.

Anbau: Die Ringelblume muss jährlich neu gesät werden und damit beginnt man am besten im Mai. Lässt man die Ringelblume lange genug im Beet, kann sie sich auch selbst vermehren. Einmal gepflanzt bedarf die Ringelblume wenig Pflege und sollte nur bei großer Hitze vermehrt gegossen werden.

Pfefferminze

Wer kennt sie nicht, die Pfefferminze? Schmeckt hervorragend, besonders als Tee und wirkt darüber hinaus auch noch beruhigend auf Magen und Darm und sorgt für einen frischen Atmen. Der reine Geruch bekämpft außerdem Reiseübelkeit. Und das in den Blättern enthaltene Menthol kann beim Abrieb auf der Haut Linderung bei Entzündungen bieten und eine kühlende und schmerzstillende Wirkung bei Insektenstichen haben. Außerdem kann sie in Umschlägen gegen Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe wirken.

Anbau: Pfefferminze braucht vor allem viel Platz und Bewässerung. Außerdem bevorzugt sie kalkigen und humusreichen Boden bzw. braucht Kalk und Kompost zum Anreichern. Vor direkter Sonneneinstrahlung sollte Pfefferminze geschützt werden und man sollte sie ausgiebig gießen.

Thymian

Thymian gilt als einer der besten Bekämpfer von Infektionen der Atmenwege. Von Bronchitis über Husten und Heiserkeit bis hin zu Keuchhusten, Thymianextrakt oral eingenommen kann ein wahres Wundermittel bei Problemen im Halsbereich sein. Auch Mundinfektionen oder Mundgeruch können durch Gurgeln mit Thymian bekämpft werden und eingeatmet hat Thymian eine beruhigende Wirkung.

Anbau: Thymian braucht viel Sonne und gedeiht am besten zwischen Steinen und Fels. Ansonsten ist Thymian weder Hitze- noch Frostempfindlich und leicht in der Pflege.

Mit diesen Pflanzen im Garten, Wohnzimmer oder auf dem Balkon bist Du gegen alles gewappnet und kannst Dir sicher den ein oder anderen Gang in die Apotheke sparen. Gärtnern ist außerdem ein gesundes Hobby an der frischen Luft und kann an sich schon zu Deiner Entspannung beitragen.