Select Page

Bei einer Erkältung sprechen viele Menschen oft von einem grippalen Infekt. Generell werden Grippe und Erkältung gern in einen Topf geworfen. 
Dies ist erst einmal nicht weiter verwunderlich. Bei beiden Infekten tropft die Nase; Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Husten treten meist gemeinsam auf und machen es schwer, eine Grippe von einer Erkältung zu unterscheiden.
 Doch auch wenn sich die Symptome der Erkältung und die der Grippe auf den ersten Blick stark ähneln, ist eine Grippe eine ganz andere Geschichte als eine Erkältung und sollte dementsprechend auch ganz anders behandelt werden. Doch woher weißt Du, wann eine Grippe eine Grippe und keine Erkältung ist? Wie kannst Du die Grippe im Gegensatz zur Erkältung behandeln oder sie sogar vorbeugen? Und wie gefährlich ist so eine Grippe überhaupt?

Was unterscheidet eine Grippe von einer Erkältung?

Grippe, grippaler Infekt, Erkältung. Bei diesen Begriffen herrscht Verwechslungsgefahr. Wird von einem grippalen Infekt gesprochen, ist oft tatsächlich die Erkältung gemeint, was verständlicherweise noch verwirrender ist. Die echte Grippe oder Influenza ist jedoch damit nicht vergleichbar. Schon beim Erreger angefangen unterscheidet sich die Grippe von der Erkältung. Während hinter einer Erkältung eine Vielzahl sich ständig verändernden Bakterien und Erregern stecken kann, wird die Grippe immer vom selben Erreger ausgelöst: den Influenza-Viren oder auch Grippe-Viren. Auslöser einer Erkältung können bis zu hundert verschiedene Viren sein. Um einige zu nennen: Coxsackieviren, Adenoviren, Respiratory-Syncytial-Viren (RSV), Rhinoviren, Enteroviren und Parainfluenzaviren. Die Ansteckung ist bei einer Grippe ähnlich wie bei einer Erkältung: Die Viren werden über Tröpfcheninfektion weitergegeben und die Inkubationszeit beträgt in etwa eine Woche. Bei einer Grippe kann diese sich jedoch je nach Krankheitsbild und Intensität verlängern.

Symptome einer Grippe vs. Symptome einer Erkältung

Die Symptome einer Erkältung unterscheiden sich nur sehr gering von denen einer Grippe. Sie bestehen meist aus Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten sowie Halsschmerzen. Auch Fieber tritt häufig auf.
 Während eine Erkältung jedoch schleichend und stetig immer schlimmer wird, setzt eine Grippe meist von einem Tag auf den anderen ein. Wenn Du Dich also sehr plötzlich schwach, fiebrig und krank fühlst, hast Du Dir höchstwahrscheinlich eine Grippe eingefangen. Hast Du dagegen leichte Gliederschmerzen, die in der Nacht zu Halsschmerzen werden und am nächsten Tag kommt ein Niesen hinzu, so bricht wahrscheinlich eher eine Erkältung aus. Ein weiterer Indikator ist das Fieber. Während Reizhusten und eine triefende Nase sowohl bei einer Erkältung als auch bei einer Grippe Standard sind, verläuft eine Erkältung oft ohne Fieber, während Du bei einer Grippe sehr wahrscheinlich Fieber bekommst. Ein Garant ist dies jedoch nicht, denn manche Menschen haben eine schlimmere Erkältung oder eine mildere Grippe. In bis zu 80% der Fällen merken Patienten gar nicht, dass sie eine Grippe haben oder halten diese für eine leichte Erkältung. Bricht sie jedoch in voller Intensität aus, so sind erste Anhaltspunkte Fieber bis zu 40° Grad, plötzliches Auftreten und extremes Schlappheitsgefühl. Auch die Gesamtdauer einer Grippe ist anders als die einer Erkältung: Während eine Erkältung meist 2-3 Tage schleichend beginnt, dann 2-3 Tage vollkommen einschlägt und daraufhin 2-3 Tage der langsamen und stetigen Genesung folgen, kann eine Grippe sehr viel länger andauern. 5 Tage mit Fieber und voller Intensität sind keine Seltenheit und die völlige Genesung kann sogar bis zu mehreren Wochen andauern.

Wann macht ein Arztbesuch Sinn?

Selbst viele Ärzte haben Probleme damit, eine Grippe zu 100% von einer Erkältung zu unterscheiden. Dennoch kann ein Arztbesuch in den meisten Fällen Klarheit bringen. Hält die Erkältung zum Beispiel länger an als gewohnt oder kommt mit hohem Fieber, dann sind dies Indikatoren dafür, dass ein Arztbesuch sinnvoll wäre, da es sich höchstwahrscheinlich um eine Grippe handelt. Der Arzt weiß außerdem, ob in der Gegend zurzeit eine Grippewelle kursiert und kann anhand von Wahrscheinlichkeiten und Erfahrung besser einschätzen, was derzeit mit Deinem Körper passiert. Wenn Du völlige Klarheit möchtest, kann ein Arzt außerdem einen Erregernachweis durchführen, der dann mit absoluter Sicherheit zeigt, welche Viren in Deinem Körper aktiv sind. Auch für eine Krankschreibung, die zumindest bei Fieber dringend eingeholt werden sollte, ist ein Arztbesuch nötig. 
Eine rasche Diagnose kann bei einer Grippe entscheidend sein, da viele Grippemedikamente am wirkungsvollsten sind, wenn sie in den ersten Tagen dieser eingenommen werden.

Wie gefährlich ist eine Grippe?

Ein durchschnittlicher Mensch mit intaktem Immunsystem hat normalerweise nichts von einer Grippe zu befürchten, solange er sich Ruhe gönnt und gegebenenfalls Medikamente einnimmt. Hin und wieder treten jedoch besonders gefährliche Grippe-Viren auf, die sogar lebensgefährlich sein können. Es lohnt sich also, bei Verdacht auf Grippe in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen. 
Auch im Falle von bakteriellen Erkrankungen während einer Grippe kann es zu extremen Komplikationen führen. Um dies zu vermeiden, ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung wichtig. Auch wenn dies nicht jedes Jahr vorkommt, sterben in Jahren von besonders schlimmen Grippe-Wellen bis zu 20.000 Menschen in Deutschland. Dies liegt daran, dass die Immunsysteme von älteren Menschen, Kindern, Schwangeren oder HIV- oder Diabetes-Patienten sowie anderen Risikogruppen nicht mit den Grippe-Viren umgehen können.
 Die Grippe-Viren an sich sind hierbei oftmals nicht das Problem, sondern dass diese den Weg für andere Erreger wie Pneumokokken oder Staphylokokkus aureus freimachen. Auch das bei einer Grippe häufig auftretende hohe Fieber kann eine hohe Belastung für das Herz-Kreislauf-System der Patienten darstellen und so zu einer Herzmuskel- oder Gehirnentzündung führen.

Behandlung einer Grippe

Während eine Erkältung meist ohne größere Behandlung wieder abklingt und viele Medikamente nur Symptome lindern, die Ursache der Erkältung jedoch kalt lassen, kann eine Grippe mit Medikamenten und sogar präventiv mit einer Impfung bekämpft oder zumindest verringert werden. Zwar ist auch die saisonale Grippeimpfung kein hundertprozentiger Garant dafür, dass Du Dir keinen Schnupfen oder schlimmeres einfängst, für ältere Menschen, chronisch Kranke oder Kinder kann die Impfung jedoch eine wirkungsvolle Hilfe sein. Diese hält 6 bis 12 Monate und muss demnach jedes Jahr aufgefrischt werden. Nach dem Pieks dauert es dann ca. 10 bis 14 Tage, bis der Impfstoff seine schützende Wirkung entfaltet. Das Gute an der Grippeimpfung: Da sie das Immunsystem aktiviert und die körpereigene Abwehr ankurbelt, kann die Influenza-Impfung unter Umständen auch andere Krankheiten, wie eine Erkältung bekämpfen. Zwar sollte man sich auf diesen Schutz nicht verlassen, er kann jedoch ein willkommener Nebeneffekt sein.

Wer sollte sich wann impfen lassen?

Besonders chronisch erkrankte Menschen oder Menschen ab 60 Jahren haben ein erhöhtes Risiko bei einer Grippeinfektion. Diese Gruppen sollten sich daher regelmäßig impfen lassen. Menschen mit einer Hühnereiweiß-Allergie sollten allerdings die Finger von der Grippe-Impfung lassen. Der beste Termin für die Influenza-Impfung ist September oder Oktober, da dies meist der Anfang der Grippe- und Erkältungszeit ist. 
Die Grippe-Impfung wirkt ausschließlich präventiv, hast Du also bereits eine Grippe, hilft auch eine Impfung nicht mehr viel. Die gute Nachricht: Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung.

Genauer hinschauen

Auch wenn eine Grippe also wie eine Erkältung aussehen kann, sollte man sich gleich zu Anfang einer solchen fragen, mit was genau man es zu tun hat. Je schneller gehandelt werden kann, desto besser. Eine unbehandelte oder verschleppte Erkältung kann Folgen haben, eine Grippe sogar noch schlimmere. Wenn also die Indikatoren rapide einsetzen und hohes Fieber aufritt, sollte dies in jedem Fall von einem Arzt untersucht werden. 
Die Unterschiede zwischen einer Erkältung und einer Grippe zu kennen und gegebenenfalls präventive Maßnahmen zu ergreifen ist ebenfalls wichtig, um sowohl eine Erkältung als auch eine Grippe zu vermeiden oder zumindest nicht gefährlich werden zu lassen.