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Jede Diät ist schwer. Dauerhaft Gewicht zu halten sogar noch schwerer. Und viel zu oft sind wir zu streng mit uns, sodass plötzlich alles, was wir zurückgehalten und uns selbst verboten haben, über uns hineinbricht. Fressattacken nachts um 3 sind das Ergebnis und damit einhergehend der unerwünschte Jojo-Effekt, Versagensängste und gefährliches Essverhalten. Dies sind Szenarien, in denen Magersucht, Bulimie oder andere psychische Krankheiten entstehen können, die mit dem Gewicht in Verbindung stehen. Das wollen wir verhindern und Du hoffentlich auch. 
Darum findest Du in diesem Artikel Tipps und Anregungen, wie Du Dich auf gesunde und trotzdem leckere Weise selbst belohnen kannst, um den Reiz des Verbotenen etwas zu mindern und Dir selbst häufiger auf die Schulter zu klopfen.

Der Reiz des Verbotenen

Denn das ist das ganze Geheimnis. Das und die Gewohnheit. Wir sind an ein bestimmtes Essmuster gewohnt, und wenn wir es ändern, verlangt der Körper danach. In Zeiten dieser Umgewöhnung ist es deshalb so wichtig, stark zu bleiben. Es ist im Grunde wie ein Entzug in schwacher Form. Doch wenn wir so gar nicht auf unseren Körper hören, rächt er sich irgendwann und nimmt sich, was er will. Es gilt deshalb, ein gesundes Maß zu finden, in dem wir Herr über unseren Körper sind und bleiben. Zu strikt führt oft zu Überkompensation, zu locker hingegen führt nicht zum Erfolg. Darum brauchen wir kleine Belohnungen verschiedener Art, um mit unserem Körper in Verhandlung zu bleiben, statt ihn krampfhaft ändern zu wollen.

Eigenlob stinkt. Oder nicht?

Ganz unwahr ist der Satz “Eigenlob stinkt” sicher nicht. Menschen, die uns ständig erzählen, wie toll sie sind und was sie alles geschafft haben sind nicht ohne Grund ziemlich häufig ohne Freunde. Eine gesunde Portion Selbstvertrauen jedoch hat noch niemandem geschadet. Warum nicht stolz darauf sein, was Du geleistet hast? Warum nicht andere damit inspirieren und Dir selbst zu Deinem Erfolg gratulieren? Die Wahrheit ist: Hin und wieder brauchen wir alle Bestätigung. Wenn wir uns in einem Prozess wie einer Diät befinden sogar noch viel mehr, als sonst.
Wir arbeiten hart an uns und Gewicht ist häufig ein Thema, das eng mit der Psyche verbunden ist. Wir verknüpfen oft Erfolg, das Gefühl, wertvoll zu sein und vieles mehr mit unserem Gewicht. Unser Selbstwertgefühl kann im Laufe einer Diät schnell in den Keller wandern, gerade wenn es nach den ersten Erfolgserlebnissen nur noch schleppend voran geht. Das kennen wohl die meisten. Der Körper reagiert sehr schnell auf eine Umstellung und zeigt Erfolge. Hat er sich dann jedoch an weniger Kalorien oder mehr Sport gewöhnt, verändert er sich mehr stetig als ruckhaft und die Erfolge sind weniger sichtbar. Das kann an den Nerven zehren. Wirf die Devise, dass Eigenlob stinkt, daher ruhig mal über Bord. Lobe Dich, ermutige Dich, erzähle anderen, wie schwer Dir ein bestimmter Verzicht gefallen ist und dass Du es trotzdem geschafft hast.

Süßes gegen Süßes tauschen

Warum das Eigenlob nach Außen tragen? Weil Komplimente wie Schokolade wirken: Sie machen glücklich. Um weiterhin motiviert zu bleiben, können wir natürlich hart arbeiten. Es ist aber umso schöner, wenn der Partner uns hin und wieder ganz frisch verliebt anschaut und uns sagt, dass der flache Bauch ganz wunderbar aussieht. Ich verspreche Dir, der Heißhunger aufs Schokoladenstück ist plötzlich wie weggeblasen. Ein Kompliment macht glücklich und motiviert uns, weiterhin am Ball zu bleiben. Um dies zu erreichen, müssen wir unsere Liebsten jedoch natürlich einweihen. Erzähle ihnen, wie Du Dich fühlst und dass Du ihre Unterstützung und lieben Worte brauchst. Verheimliche nicht, wie schwer Dir die Umstellung fällt, denn eine echte Bewunderung wird umso stärker, wenn der Betreffende merkt, dass Du wirklich kämpfst. Offenheit und Ehrlichkeit sind hier das Schlüsselelement, was Fishing for Compliments vom Narzissmus unterscheidet. Du gestehst eine Schwäche ein und bittest um Unterstützung, die Du dann in Form von lieben Worten nach und nach bekommst. Das ist etwas ganz anderes als mit Eigenlob zu prahlen und andere Leute als schlechter darzustellen.

Früchte, Smoothies und Bitterschokolade in Maßen

Ganz verzichten musst Du übrigens natürlich nicht. Es gilt nur, Schlechtes gegen weniger Schlechtes und generell weniger auszutauschen. Die Vollmilchschokolade wird gegen 70%+ Schokolade eingetauscht (natürlich trotzdem in Maßen), die Tafel Schokolade nach dem Essen wird zum Riegel und das Eis am Wochenende wird ein Smoothie aus frischen Früchten.
Eine altbekannte Stolperfalle: Auch Obst enthält Zucker. Zwar ist Fruchtzucker besser für Deinen Körper und Deine Gesundheit, Obst sollte jedoch trotzdem nicht wie zum Beispiel Gemüse im Übermaß gegessen werden. ca. 2-3 kleine Obstportionen am Tag wie zum Beispiel ein Apfel, eine Handvoll Erdbeeren oder eine Banane sind eine solide Menge, die restlichen Snacks sollten eher aus Gemüse bestehen. Informiere Dich außerdem, welches Obst zu Deiner Diät passt. Nicht alles Obst eignet sich für Low-Carb, anderes eignet sich nicht, wenn Du auf Zucker verzichtest.

Sündentag

Es klingt verrückt, aber ein Sündentag hat viele Vorteile. Natürlich setzt dieser Schlemmertag voraus, dass Du die restliche Woche nicht sündigst und Dich strikt nach Plan ernährst. Sonst wird aus der Belohnung die Regel und das sollte nicht passieren. Schaffst Du aber eine ganze Woche strikte Diät, kannst Du Dich ruhig am Sonntag selbst belohnen und alles essen, was Du möchtest. Dies hat mehrere Vorteile:

1.Kannst Du Dich auf etwas freuen, was den Verzicht erleichtert.
2. Fängst Du mental quasi jede Woche eine neue Diät an und das bedeutet, dass Du jede Woche mit neuer Motivation startest. Nutze diese Motivation weise und gib 6 Tage lang Vollgas.
3. Gewöhnt Dein Körper sich langsamer an die neue Diät und wird so jeden Montag von Neuem anfangen, vermehrt zu verbrennen, bis er versteht, dass das Essen von Sonntag am Montag nicht mehr kommt. Leider funktioniert das auch andersrum. Bedenke daher also an Deinem Schlemmertag, dass Dein Körper auf Diätmodus fährt und nicht auf Verbrennung programmiert ist. Du wirst also Montag eventuell mit einem Speckröllchen mehr aufwachen. Dennoch hast Du 6:1 Tag, was zielführend ist, solange Du die 6 Tage wirklich nicht schummelst.
 Einzige Stolperfalle: Einmal gesündigt kann es sehr schwer fallen, wieder in den Diätmodus zurück zu kehren, weil Du jetzt wieder weißt, was Du vermisst hast. Bleibe stark und gestehe Dir selbst ein, falls dies nicht Deine Art ist. Manche Menschen brauchen ein striktes 0-Ausnahmen Programm, einige fahren besser mit einem 6-Tage-Full-On-1-day-off System. Sei ehrlich zu Dir selbst und probiere aus, was besser für Dich funktioniert.

Die enge Jeans im Schrank

Setze Dir ein visuelles Ziel. Dies kann die eine alte Jeans im Schrank sein, die wir alle haben und in die wir seit Jugendtagen nicht mehr hineinpassen (“Aber eines Tages…”), ein Foto von Dir am Kühlschrank, wie Du aussehen möchtest (oder nicht mehr aussehen möchtest) ein bestimmtes Gewicht über die Waage gemalt oder eine bestimmte sportliche Aktivität, die Du meistern möchtest.
 Arbeite darauf hin und dokumentiere Deine Erfolge. Und wenn Du Dein Ziel erreicht hast, feiere ausgiebig! Du hast Dir diese Belohnung verdient! Hast Du zum Beispiel endlich Dein Wunschgewicht erreicht, gehe shoppen und belohne Dich mit einem neuen Outfit für Deine neue Figur.

Sport kann eine Belohnung werden

Das mag für viele seltsam klingen aber schaffst Du es, Dein sportliches Programm so weit in Deinen Alltag zu etablieren, dass es zu einem Hobby wird, kannst Du Dich mit Sport von Heißhungerattacken ablenken und Dich mit einem Gang in Dein FItnessstudio belohnen. Danach wirst Du Dich dann sogar doppelt gut fühlen.

Verzeihe Dir selbst, bevor es unkontrolliert wird

Und zu guter Letzt: Wenn es nicht ohne geht, dann iss das Stück Schokolade. Und zwar ohne Selbsthass. Genieße es, statt es verschämt herunter zu schlingen. Genieße es und dann lege die Tafel ebenso bewusst zur Seite. Ein Stück. Nicht die ganze Tafel. Wenn Du genießt, tue es bewusst. Versuche Alternativen wie Obst oder dunklere Schokolade zu nehmen. Joghurt statt Sahneeis, Naturjoghurt statt gesüßtem. Doch vor allem: Egal was Du isst, tue es bewusst. Genieße es und dann lege es weg, bevor der Heißhunger Dich unkontrolliert werden lässt. Denn nur mit Kontrolle können wir dauerhaft gesund leben.