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Wer kämpft nicht mit ihnen … der roten Nase, dem kratzenden Hals, dem Schlappheitsgefühl und den Gliederschmerzen? Erkältungen sind alle Jahre wieder ein Graus für die meisten Menschen. Und anders als Röteln oder Mumps bekommen wir Erkältungen immer wieder, ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Forscher schätzen, dass wir 200 bis 300 Erkältungen pro Lebenszeit ertragen müssen. Meist akzeptieren wir schon im Herbst, dass bald wieder Erkältungszeit ist. Sobald es draußen frostig wird, geht die nächste Grippewelle um, das Immunsystem scheint dauerhaft machtlos zu sein und regelmäßig liegen viele Menschen zum Winteranfang flach. Doch warum werden wir nicht immun gegen die Erkältung? Wie kommt es, dass wir uns immer wieder anstecken und dass dies vermehrt im Winter auftritt? Wie kannst Du eine Erkältung rechtzeitig erkennen und vielleicht sogar die Ursachen rechtzeitig vermeiden? Mit diesem Thema beschäftigen wir uns diesen Monat. Bevor wir Dir jedoch Tipps und Tricks verraten, wie Du die Erkältung vermeiden kannst oder wie Du Dich bestmöglich kurieren kannst, wenn die Erkältung Dich einmal erwischt hat, muss zunächst einmal geklärt werden, was eine Erkältung eigentlich genau ist, woher sie kommt, was ihre Ursachen sind und wie man die ersten Symptome erkennen lernen kann.

Ursachen einer Erkältung

Um eine Erkältung von vorneherein zu vermeiden, musst Du zunächst einmal die Ursachen kennen, die diese auslösen. Und diese Ursachen sind Viren. Viele verschiedene, um genau zu sein. 
Insgesamt können über 200 verschiedene Virenarten Husten, Schnupfen und Heiserkeit auslösen. Doch ist das wirklich alles? Wie kommt es, dass Erkältungswellen vor allem im Winter auftreten? Bringt Kälte tatsächlich ein höheres Erkältungsrisiko mit sich? Immerhin sagt ja schon das Wort “ErKÄLTung”, dass die Temperatur hier wohl eine Rolle spielt. Und warum fällt es unserem Körper so schwer, immun gegen die Erkältungsviren zu werden?

Erkältungen im Winter

Ein weit verbreiteter Glaube ist, dass wir uns erkälten, sobald wir frieren. Keine Zeit zum Föhnen, nasse Haare auf dem Weg zur Arbeit oder kalte Füße und schon kratzt es im Hals. Kurz bevor wir Fieber bekommen, frösteln wir beispielsweise. Dies heißt aber nicht, dass Kälte die Ursache von Erkältung ist. Tatsächlich sind sich Forscher bis heute uneinig, ob es hier tatsächlich einen kausalen Zusammenhang gibt. Einerseits wird das Immunsystem durch den Prozess des Frierens geschwächt. Der Körper muss hart arbeiten, um Kälte auszugleichen und Viren haben daher ein leichteres Spiel. Andererseits gilt das gleiche für zu wenig Schlaf, ungesunde Ernährung und viele andere Faktoren, die nichts mit den Temperaturen des Winters zu tun haben – im Gegenteil: Viele Krankheitserreger werden durch Wärme gefördert, nicht durch Kälte. Und wenn wir frösteln, bevor das Fieber ausbricht, dann ist das Frösteln eigentlich eine Reaktion des Körpers auf das nahende Fieber und nicht die Ursache. Dennoch scheint es, als wenn der Herbst immer wieder die Erkältungszeit mit sich bringt. 
Dies hat ganz einfache Gründe: Im Winter wird erstens mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbracht. Die Keimzahl in der Luft erhöht sich und ist sehr viel konzentrierter, als wenn wir unsere Zeit hauptsächlich an der frischen Luft verbringen. Heizungsluft trocknet zweitens Schleimhäute aus und reizt den Hals. Erreger haben hierdurch ein leichteres Spiel. Drittens: Auch wenn Kälte nicht der ausschlaggebende Faktor für eine Erkältung ist, so setzt sie doch das Immunsystem herab, was es Keimen, die bereits im Körper sind, erleichtert, auszubrechen.
 Außerdem: Je mehr Immunsysteme geschwächt sind (was durch Kälte begünstigt wird), desto besser können Viren und Erreger sich ausbreiten. Und je mehr Menschen um uns herum krank sind, desto wahrscheinlicher ist es, sich anzustecken.
 Oftmals rechnen wir letztlich schon damit, krank zu werden, sobald der Herbst kommt. Unbewusst ebnen wir so den Weg, dies auch tatsächlich geschehen zu lassen.

Warum kommt die Erkältung immer wieder?

Anders als bei Kinderkrankheiten, die wir einmal bekommen und damit los sind, gibt es kaum Menschen, die vollkommen immun gegen eine Erkältung sind. Manche bekommen sie häufiger als andere, meist erwischt es aber jeden irgendwann einmal. Doch warum fällt es unserem Immunsystem so schwer, Erkältungsviren abzublocken? Kurz gesagt: Weil es sehr viele verschiedene gibt. Erkältungserreger hüllen sich in immer andere Kostüme und tricksen so das Immunsystem aus. Sie sind sozusagen die Trickbetrüger der Virenfraktion. Hat der Körper sich einmal an einen Erreger gewöhnt, kann er diesen das nächste Mal abblocken. Verändert sich der Erreger jedoch bis zum nächsten Mal, muss das Immunsystem ihn erst wieder neu erkennen, bis er ihn erfolgreich bekämpfen kann. 
Erkältungs- und Grippeviren sind extrem wandelbar und können in manchen Fällen – wie zum Beispiel im Falle der Rhinoviren – gezielt das Immunsystem manipulieren und sich quasi an ihm vorbeischleichen. Dies ist auch der Grund, warum es schwierig ist, einen Erkältungs-Impfstoff zu finden, der dauerhaft und gegen alle eventuellen Mutationen hilft.

Wie steckt man sich mit einer Erkältung an?

Der häufigste Grund ist ein Virus, der auf ein geschwächtes Immunsystem trifft. Dies passiert zum Beispiel, wenn ein Kollege mit Erkältung trotzdem ins Büro kommt, wo ein anderer Kollege am selben Tisch sitzt, der schlecht geschlafen hat.
 Da eine Erkältung meist nicht sonderlich dramatisch ist, gehen viele Menschen trotzdem zum Sport oder ins Büro, statt sich eine wohlverdiente Pause zu gönnen und das Ansteckungsrisiko zu verringern. Dies erleichtert es den Viren enorm, sich zu verbreiten. Erschwerend kommt hinzu, dass Erkältungsviren schon ansteckend sind, wenn die Erkältung noch gar nicht richtig ausgebrochen ist. Denn viele Menschen merken gar nicht, dass sie schon krank sind. Sie fühlen sich schlapp und frösteln, denken aber, sie seien nicht ansteckend, solange sie kein Fieber haben und ernsthaft krank sind. Durch ein kleines Niesen werden jedoch massenhaft Viren freigesetzt. Und zwar hoch konzentriert. Schnäuzt man dann ins Taschentuch, bleiben Erreger an den Händen zurück. Dem Kollegen die Hand geschüttelt, bevor dieser zur Kaffeetasse greift und schon haben sich die Viren ausgebreitet. Professor Dr. Marcus Panning, Virologe in der Abteilung für Virologie am Universitätsklinikum Freiburg sagt, Patienten mit Erkältung können eine ganze Woche lang ansteckend sein. Geschwächte Menschen oder Kinder, sowie Menschen, die mit einem neuartigen Virus kämpfen sogar länger. Hinzu kommt eine Inkubationszeit von bis zu 5 Tagen, in der sich der Virus schon im Körper befindet. Jeglicher Kontakt in dieser Zeit kann bei einem geschwächten Immunsystems des Gegenübers zu Ansteckung führen.

Woher weiß ich, dass eine Erkältung naht?

Um bereits in der Inkubationszeit engen Körperkontakt möglichst zu vermeiden, ist es wichtig, Symptome frühzeitig zu erkennen. 
Zu diesen ersten Symptomen gehören Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Husten. Später kommen dann Niesen und Glieder- sowie Kopfschmerzen und Schüttelfrost hinzu. Ein allgemeines Schlappheitsgefühl und Schweißausbrüche können ebenfalls auf eine nahende Erkältung hinweisen. Erkennst Du diese Symptome frühzeitig und hilfst Deinem Immunsystem mit einem gesunden Lebensstil, ausreichend Flüssigkeit und Schlaf, kann dies eine schlimmere Erkältung oft schon verhindern. Außerdem solltest Du in dieser Zeit auf Händeschütteln und nahen Körperkontakt verzichten, um andere Menschen in Deinem Umfeld nicht der Ansteckungsgefahr auszusetzen. Wer sich jedoch um ein starkes Immunsystem bemüht, sich oft die Hände wäscht und Körperkontakt in der Grippezeit vermeidet, kann einer Grippe oftmals im Vorfeld entgehen. Wie Du Dich sonst noch schützen kannst und wie Du mit einer Erkältung umgehst, wenn sie Dich einmal erwischt hat, erfährst Du in unseren folgenden Beiträgen.