Select Page

Ein vereinzeltes Niesen ist für viele Menschen kein Grund, sofort den Arzt aufzusuchen. Erkältungen kommen und gehen und kaum einer hat sie noch nicht erlebt. Mutti und Omi haben meist ihre ganz eigenen Familienrezepte und Geheimnisse, um der Erkältung den Kampf anzusagen und Medikamente seien nicht unbedingt gut für den Körper – so sagen die einen. Andere suchen bereits den Arzt auf, wenn es das erste Mal in der Nase kitzelt. Der Grad zwischen Eigentherapie und Behandlung ist schmal, die wenigsten sind ausgebildete Mediziner und können mit Sicherheit sagen, wann schlimm schlimm genug ist, um einen Arzt hinzuzuziehen. Dieser Artikel soll ein wenig Licht in das Dunkel bringen. „Eine Erkältung dauert 7 Tage ohne Behandlung. Und eine Woche mit.”, so ein Sprichwort. Doch sind Behandlungen und Medikamente bei Erkältung tatsächlich so wirkungslos? Oder ist ein starkes Medikament immer der richtige Weg? Wann sollte man einen Arzt aufsuchen und was wird dieser einem raten, was man nicht schon selbst weiß?

Wenn nichts mehr hilft

Die meisten von uns hatten durchaus bereits mit Erkältungen zu tun und so sind die meisten von uns auch schon das ein oder andere Mal an den Punkt gekommen, an dem nichts zu helfen und die Erkältung immer schlimmer zu werden scheint. Muttis Hühnersuppe versagt und zu allem Überfluss steht auch noch ein wichtiger Termin an, der gefährlich nahe rückt. An diesem Punkt helfen keine Hausmittelchen mehr und Du möchtest nur noch gesund werden. Eine Faustregel ist: Eine Erkältung ist meist nicht weiter gefährlich. Solange Du ausreichend isst und trinkst und Dich ausruhst, ist ein Besuch beim Arzt nicht zwingend notwendig. Ein weiteres altes Sprichwort sagt: „Die Erkältung kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage und geht 3 Tage.” Bleibt sie sehr viel länger, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, da eine Erkältung auch mal zur Grippe werden bzw. nur schwer von dieser unterschieden werden kann. Ebenfalls sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn Du nicht weißt, wie Du mit den Symptomen einer Erkältung umgehen sollst, Dich hilflos und elend fühlst und keiner da ist, der Dir eine Hühnersuppe kochen kann oder aber, wenn Du einfach medizinische Unterstützung brauchst. Was ist aber, wenn Du einfach keine Zeit für eine Erkältung hast? Was kann man tun, wenn sich der wichtige Termin in zwei Tagen einfach nicht verschieben lässt?

Gesundheit geht vor!

Zunächst einmal: Ruhe bewahren. Der Termin kann noch so wichtig sein, Deine Gesundheit ist es auch und noch viel mehr. Was passieren kann, wenn Du trotz Erkältung ständig weiter arbeitest und welche Folgen dies für Dich und Deine Umwelt hat, werden wir Dir ausführlich in einem späteren Beitrag aufzeigen. So wichtig ein Termin auch scheint, versuche, ihn zu verschieben, bis Du Dich auskuriert hast oder notfalls einen Ersatz zu finden. 
Eine normale Erkältung ist meist nicht weiter schlimm, die Folgen von Überanstrengung können es jedoch sein.
 Bevor Du die Erkältung mit starken Medikamenten dämpfst, solltest Du Dir klar machen, dass Dein Körper vor allem Ruhe und Zeit zur Regeneration braucht. Medikamente bekämpfen die Viren und Krankheitserreger und lindern die merklichen Symptome, doch auch dies kostet Deinen Körper Energie und bedeutet nicht, dass die Symptome verschwunden sind.
 Wenn es aber nun einmal soweit kommt, dass Medikamente nötig sind, kommt hier ein kleiner Input, was hilft, was wie wirkt und was Ärzte oft verschreiben.

Schmerzmittel

Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen, verursacht von Atembeschwerden und Schleim. Wer eine fiese Erkältung hat, hat meist auch Schmerzen irgendeiner Art. Die üblichsten Schmerzmittel hierfür sind Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol. Der nichtsteroidale Entzündungshemmer Ibuprofen sowie Paracetamol haben zusätzlich eine fiebersenkende Wirkung und werden daher bevorzugt eingesetzt. Tatsächlich helfen sie jedoch nicht nachweislich gegen Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen. Sie betäuben lediglich den Schmerz und lassen die Erkältung erträglicher werden. Ruhe brauchst Du trotzdem weiterhin. Geht es um Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, kann stattdessen ein Kräuterbonbon helfen. Im schlimmsten Fall auch eine Lutschtablette mit einem leichten oberflächlichen Betäubungsmittel. Das Lutschen fördert den Speichelfluss, dessen Feuchtigkeit den Halsschmerz lindert. 
Wer Probleme mit der einschläfernden Wirkung von Schmerztabletten hat, kann in der Apotheke nach einem koffeinhaltigen Gemisch fragen. Es gibt sowohl Aspirin als auch Paracetamol und Ibuprofen mit Koffein. Dies bewirkt eine Schmerzlinderung, ohne dabei müde zu machen. Auch Gemische mit gesundheitsförderndem Vitamin C sind auf dem freien Markt erhältlich.

Dekongestiva

Dies umfasst alle Mittel, die die Schleimhäute abschwellen lassen. Zu finden ist dies zum Beispiel in Nasensprays oder -tropfen, Dekongestiva gibt es aber auch in Tablettenform zur oralen Einnahme. Wer seine Nase natürlicher durchspülen will, ist jedoch besser mit einem Meerwasserspray bedient. Gesundheitsexperten raten generell dazu, andere, chemische Nasensprays nicht über einen langen Zeitraum zu benutzen, da es auf Dauer die Schleimhäute austrocknet und süchtig macht. Besser: Inhalieren und die Schleimhäute durch ausreichend Flüssigkeit feucht halten.
 Wenn das Nasenspray jedoch sein muss: niemals länger als 3-4 Tage und dann einige Tage Pause. Sonst entsteht eine Abhängigkeit und Du wirst es nicht mehr so schnell los.

Hustenreiz

Husten kann eine Erkältung zur echten Qual werden lassen. Der sowieso schon ausgetrocknete und gereizte Hals wird mit jedem Hustenanfall weiterhin gereizt und strapaziert. Heiserkeit, Erschöpfung und Schmerzen sind die Folge. 
Abhilfe schaffen Antitussiva, Sekretolytika und Mukolytika. 
Antitussiva unterdrücken den Hustenreiz, Sekretolytika und Mukolytika verflüssigen den Schleim und erleichtern dadurch das Abhusten. Experten raten jedoch auch hier zu der natürlicheren Lösung: Viel Trinken, Schleimhäute mit Flüssigkeit umspülen und nicht austrocknen lassen. Auch Honig kann gegen einen starken Hustenreiz helfen.

Zink

Zink gilt fast schon als altes Hausmittel von Omi und Mutti. Ob als Nahrungsergänzungsmittel oder in hoch konzentrierter Form, wirkt es nicht nur als Wunderheilmittel, sondern auch gegen Erkältung.
 Zinktabletten können die Erkältungssymptome lindern und den Erkältungszeitraum erheblich verkürzen. In den ersten Tagen vor einer Erkältung eingenommen, kann Zink diese sogar in manchen Fällen gänzlich verhindern. Da jedoch oft Nebenwirkungen wie Übelkeit und Magenschmerzen auftreten, sollte auch hier nur in Maßen konsumiert werden und niemals über den Zeitraum der Erkältung hinaus. Weniger hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel bilden hier eine Ausnahme und können von Erwachsenen eingenommen werden.

Antibiotika

Das Wunderheilmittel Antibiotika … Wenn gar nichts mehr hilft, dann wird oft danach gefragt. Auch die meisten Ärzte greifen zu Antibiotika, wenn es darum geht, eine Erkältung schnell in den Griff zu bekommen. Tatsächlich töten Antibiotika jedoch lediglich Bakterien ab, gegen die Erkältungsviren sind sie machtlos. Das bedeutet, Antibiotika helfen gar nicht wirklich bei der Erkältung. Was jedoch oftmals hilft, ist der Placebo Effekt und die vermehrte Ruhe, die sich ein Patient sich gönnt, wenn er Antibiotika einnimmt. Die außerdem einschläfernde Wirkung verstärkt diesen Effekt. Antibiotika sind jedoch anstrengend für Körper und Regenerierung und sollten, wenn möglich, vermieden werden.

Der natürliche Weg siegt

Studien von 1985 bis 2015 haben immer wieder gezeigt, dass die meisten eingesetzten Erkältungsmittel lediglich und allerhöchstens Symptome lindern, die Erkältung jedoch nicht kurieren. Dies ist in zweierlei Hinsicht gefährlich: Erstens lassen uns Medikamente glauben, wir hätten die Erkältung hinter uns gelassen und könnten wieder voll durchstarten, während der Körper in Wahrheit noch geschwächt ist und die Medikamente uns lediglich die Symptome nicht mehr spüren lassen. Zweitens haben viele Medikamente Nebeneffekte, greifen die Magenschleimhäute an und fordern Energie des Körpers, der diese eigentlich zum Heilen und Regenerieren braucht. 
Auf Medikamente sollte daher nur im äußersten Notfall zurückgegriffen werden. Die beste Kur ist und bleibt: viel Schlaf, viel Trinken (hauptsächlich Wasser und Kräutertee) und Inhalieren.