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Über 1 Millionen Menschen in Deutschland nutzen mittlerweile E-Zigaretten. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite beeinträchtigen auch E-Zigaretten die Gesundheit – auf der anderen Seite sind sie für den Konsumenten und seine Umwelt weit weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten. Ist die E-Zigarette also eine sinnvolle Alternative? Kann sie auch bei der Entwöhnung eingesetzt werden und wie schädlich ist sie wirklich?

Unser Interviewgast heißt Steffen Kuhnert, er ist Apotheker und Gesundheitsunternehmer aus Köln. Als Gesundheitsexperte ist sein Leben geprägt vom Interesse für Medizin und der Mission Menschen mit seinem Wissen zu helfen. Auf seinem Youtubekanal „GERNE GESUND“ gibt er in kleinen informativen Videos nützliche Tipps rund um die Themen Gesundheit und Ernährung. Im Dschungel aus Informationen und Meinungen zum Thema Gesundheit verhilft er Menschen zu einem besseren Durchblick und motiviert sie, mehr über ihre Gesundheit nachzudenken.

Shownotes

  • Wer ist Steffen Kuhnert?
  • Wie hält sich Steffen fit?
  • Steffens Produkte
  • Wie wird sich das Gesundheitssystem in den nächsten Jahren verändern?
  • Was ist eine E-Zigarette?
  • Die verschiedenen Zielgruppen der e-Zigarette
  • Inhaltsstoffe im Liquid

Über Steffen

Hier kannst Du Dir den 2. Teil des Gesprächs anhören.

Textversion des Interviews

Über 1 Mio. Menschen in Deutschland nutzen mittlerweile eZigaretten. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite beeinträchtigen auch eZigaretten die Gesundheit, auf der anderen Seite sind sie für den Konsumenten und der Umwelt weit weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten. Ist die eZigarette also eine echte und sinnvolle Alternative? Kann sie auch bei der Entwöhnung eingesetzt werden und wie schädlich ist sie wirklich? Genau darüber möchte ich mit meinem heutigen Interviewgast sprechen.

Er ist Apotheker und Gesundheitsunternehmer aus Köln. Als Gesundheitsexperte ist sein Leben geprägt vom Interesse für Medizin und der Mission, Menschen mit seinem Wissen zu helfen. Auf seinem YouTube Kanal “Gerne gesund” gibt er in kleinen informativen Videos nützlich Tipps rundum die Themen Gesundheit und Ernährung. Im Dschungel aus Informationen und Meinungen zum Thema Gesundheit verhilft er Menschen zu einem besseren Durchblick und motiviert sie, mehr über ihre Gesundheit nachzudenken. Seid also gespannt und freut euch über ein interessantes Gespräch mit Steffen Kuhnert.

Viel Spaß dabei.

Norman: Steffen, wie geht’s dir?

Steffen: Vielen Dank, Norman und vielen Dank für die Einladung zu diesem spannenden Podcastthema!

Norman: Sehr gerne! Für die Zuhörer und für diejenigen, die Steffen ein wenig näher kennenlernen wollen: Die Einladung kommt nicht von ungefähr, denn wir zwei haben schon ein Interview gemacht, in einem anderen Podcast “MARKENREBELL”. Ich finde sehr cool, was du auf deinem YouTube Kanal “Gerne gesund” an Videos produziert hast – wirklich zu den unterschiedlichsten Themen.

Bevor ich zu viel erzähle: Vielleicht kannst du noch ein bisschen was über dich als Privatperson erzählen – wer ist Steffen Kuhnert privat und was genau du beruflich machst.

Steffen: Sehr gerne. Ich bin von Hause aus Apotheker und betreibe zwei Apotheken im Raum Düren als Inhaber und als Filiale geführt. Ich habe vor gut drei Jahren angefangen, das Internet für mich zu entdecken – erst über den Steffen Kuhnert Blog, in dem ich mich ein bisschen ausgetobt und zu diversen Themen geschrieben habe. Dann fand ich allerdings das Thema Video und YouTube viel spannender, weil ich da größere Möglichkeiten für mich sehe, Themen für eine größere Öffentlichkeit zu präsentieren und habe dann vor einem Jahr angefangen, den Gesundheitskanal “Gerne gesund” zu starten. Mittlerweile meine ich, schon etwa 50 Videos hochgeladen zu haben, vielleicht sind es mittlerweile auch mehr – ich verliere langsam den Überblick, weil ich zweimal in der Woche mit einem neuen Thema rauskomme. Da passiert so einiges und ich merke auch, dass YouTube tatsächlich einfacher in der Ansprache und in der Followerschaft ist, als mit einem rein schriftlichen Blog zu arbeiten. Das bewegt mich jetzt seit vielen Monaten, macht unheimlich viel Spaß und bestimmt auch klar mein Business, weil ich schauen möchte, ob ich mir in der digitalen Welt tatsächlich ein zweites kleines Unternehmensuniversum aufbauen kann.

Privat bin ich eher der Familienmensch, mit meiner Frau und meinen zwei Jungs und genieße dann die freie Zeit im Raum Köln oder aber durchaus auch gerne mal woanders. Das bestimmt meinen Alltag.

Norman: Wo ich dich schon einmal dran habe und das ist für die VALEO Community vielleicht gar nicht so unspannend: Wie hältst du dich fit? Was bedeutet es für dich, gesund zu leben?

Steffen: Einerseits geht das natürlich bei der Ernährung los. Da versuchen wir im Hause Kuhnert halbwegs drauf zu achten. Aber ich muss dabei immer lachen, weil selbst wenn man versucht darauf zu achten, muss man klar sagen: Es ist unheimlich schwierig, das im Alltag so hinzukriegen, wie es sein sollte. Zumindest erlebe ich das in meinem Leben immer wieder. Klar, durch arbeiten hier, dann dort wieder ein Gespräch, dann einen Podcast zwischendurch – regelmäßig einkaufen usw. ist klar in der Woche nicht immer unbedingt möglich und deshalb gehört für mich eine Nahrungsergänzung mit dazu, wo ich durchaus auch ganz gut aufgestellt bin. Dann schaue ich, dass ich natürlich so gut es geht, rauskomme und mich ein bisschen an der frischen Luft bewege. Ich bin nicht unbedingt der Fitnessstudiogänger. Das ist mir ein bisschen zu langweilig, aber soweit es die Zeit zulässt, gehe ich mit der Familie raus, um mich einfach mal ein Stündchen strammer zu bewegen. Das ist aktuell das, was ich zeitlich hinbekomme und was mir gut tut.

Norman: Jetzt hast du von gesunder Ernährung gesprochen. Was genau bedeutet das?

Steffen: Das ist ja immer so ein bisschen wischi-waschi. Das ist ja genau das Problem. Eine ausgewogene Ernährung, die möglichst auf industriell verarbeitete Lebensmittel soweit es irgendwie geht verzichtet, damit wir alles an Vitalstoffen und an bioaktiven Stoffen tatsächlich auch als Grundlagen noch vorhanden haben; möglichst auf Zucker zu verzichten, viel Gemüse, durchaus auch viel Obst, aber da auch in Maßen, aufgrund des Fruchtzuckers. Häufiger auch Fisch und nicht immer nur Fleisch auf den Tisch bringen, ballaststoffreich zu essen, nur mit wertvollen Ölen zu arbeiten, auch mal einen Salat zwischendurch essen – das ist für mich eine ganz gute, ausgewogene Ernährung.

Norman: Und du hast Nahrungsergänzungsmittel angesprochen. Was sind deine Top 3, wo du gute Erfahrungen mit gemacht hast? Man muss dazu sagen: Alles, was wir auch in Zukunft in diesem Podcast besprechen werden, ist natürlich immer nur eine Einzelfallbetrachtung. In deinem Fall deine – also deine Erfahrung. Das ist keine zwingende Erfahrung für die Zuhörer.

Steffen: Vollkommen richtig! Ich schaue tatsächlich, dass ich mich ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorge. Ich bin kein Freund von Super Foods, auch wenn die stark im Trend sind, wo ich gar nicht genau weiß, was da überhaupt drin ist. Wo kommen die vor allen Dingen her? Was haben die für Wege hinter sich? Wie sieht das auch von der Qualität aus?

Ich greife wirklich klassisch zu einem Mix aus Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Da ich jetzt seit zwei Jahren selber Unternehmer und Produzent von solchen Produkten bin, greife ich natürlich zu meinen Produkten, weil ich da natürlich weiß, was drin ist und mir die Zusammensetzung selbst “ausgedacht” habe. Insofern ist es klar mein Produkt, was ich und was meine Familie morgens nimmt.

Norman: Erzähl uns ein wenig über dein Produkt – wie heißt das?

Steffen: Also, es ist ja nicht so, als das die Welt jetzt auf ein neues Nahrungsergänzungsmittel gewartet hätte, was ich mit meiner Person auf den Markt bringe. Der Markt ist natürlich voll, voller als man es teilweise vielleicht vermutet, aber es gibt hunderte, tausende Produkte auf dem Markt, auch in den Apotheken natürlich. Ich hatte in der Apotheke vor allen Dingen das Problem, dass die Marktführer dort mit zu vielen Zusatzstoffen arbeiten und sie nicht einfach genug kombinierbar sind. Zusatzstoffe, wie beispielsweise Zucker, Süßaromen, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, haben meiner Meinung nach überhaupt gar nichts in einer Nahrungsergänzung zu suchen. Wenn ich von einer ausgewogenen Ernährung spreche, die ich mit einer Nahrungsergänzung – wie der Name schon sagt – ergänzen möchte, haben diese Zusatzstoffe, die man vermeiden kann, nichts zu suchen. Das fehlte mir gerade im Apothekenmarkt und so bin ich auf meine Produkte gestoßen oder habe vielmehr meine Produkte entwickelt und mit einem Hersteller, der für mich diese Produkte entsprechend in Deutschland und in Österreich produziert, entwickelt, weil ich da komplett auf diese Zusatzstoffe verzichten kann und rein in vegetarischen Kapseln arbeite. Sie sind aber vor allen Dingen so kombinierbar, wie ich es möchte. Ob ich jetzt mein Immunsystem stärken möchte, etwas für meine müden Kniegelenke machen möchte oder einfach ein bisschen Omega 3 für meine Konzentration brauche, dann kann ich das selbst bestimmen und das ist das Konzept von meiner Produktlinie, dass ich versuche ein wenig näher am Nutzer zu sein und so die Produkte über einen Fragebogen zusammenstelle.

Norman: Was ich daran so spannend finde ist, du hast den Hintergrund. Du bist Apotheker und kennst dich mit den Inhaltsstoffen aus. Du kannst genau sagen, was da rein gehört und was nicht. Deswegen auch meine Frage. Vielleicht kann ich mit dir ja nach dem Interview eine kleine Verhandlung führen, ob wir nicht irgendwas zu deinen Produkten für die VALEO Community tun können und wenn ihr da draußen wissen wollt, wie diese Verhandlung ausgegangen ist, dann besucht uns im Internet unter www.valeo-app.de und lest die Shownotes zu dieser Podcastepisode.

Bevor wir ins eigentliche Thema einsteigen, noch eine Frage: Wie wird sich aus deiner Sicht das Gesundheitssystem oder die Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren verändern? Was glaubst du – vielleicht ein kleiner Blick in die Glaskugel.

Steffen: Wir merken ja in vielen anderen Branchen, dass das Internet doch immer bestimmender wird und auch schon ist – nicht nur, was den Bezug der Waren angeht, sondern auch den Bezug der Informationen. Beim Bezug der Informationen versuche ich jetzt durch meinen YouTube Channel und durch den Blog den Leuten schon einmal den ersten Impuls zu geben. Da bin ich gut aufgestellt und der richtige Kandidat, wo man sich Informationen holt, aber das Thema wird natürlich auch noch intensiver was Live-Thematiken angeht, Live-Chats usw. Ich glaube schon, dass sich die Informationsflut noch stärker ins Internet verschieben wird, wo sich dann aber auch entsprechend die Fachleute einbringen müssen, damit wir nicht nachher den Informationsfluss von Laie zu Laie haben, was uns momentan vielleicht auch im Gesundheitswesen nicht unbedingt so gut tut.

Der Bezug der Waren übers Internet dringt natürlich gerade im Gesundheitsmarkt auch immer weiter vor. Amazon steht kurz vorm Markteintritt, das wird nochmal einen riesen Ruck geben. Auch da wollen die Leute – ich kann das auch verstehen – es bequem und einfach haben. Sie haben mit ihrem Alltag, mit dem Job und ihren Familien wirklich genug zu tun. Das Leben wird immer rasanter, immer schneller und wo man da Hilfe schaffen kann etwas zu erleichtern, da ist natürlich die digitale Welt prädestiniert und das wird im Gesundheitswesen auch noch einemal einen kräftigen Ruck geben, wo man aktuell noch das Gefühl hat, dass das Gesundheitssystem noch ein klein wenig “schläft”, um es mal so auszudrücken. Das hat natürlich auch ganz klar mit Datenschutzthematiken zu tun, aber da wird meiner Meinung nach noch einiges passieren.

Norman: Eine spannende Einschätzung. Ich glaube, wir können zum einen mit YouTube Channels wie deinen, aber auch mit der VALEO App fürs Smartphone, also einem Gesundheitsassistenten, einen Beitrag zu leisten, dass jeder im Grunde in der Lage ist, Gesund zu leben oder zumindest über die Informationen zu verfügen, die ihm dabei helfen gesund zu leben.

Steffen: Das ist korrekt. Gerade VALEO ist auch durch die Möglichkeit dort in Webinare, in Seminare reinzugehen ein hervorragender Schritt, um tatsächlich mit Fachleuten in Kontakt zu kommen. Das halte ich für sehr sinnvoll.

Norman: Das ist auch eine Entwicklung, die wir beobachten und natürlich auch interessant ist, wie das draußen angenommen wird. Heute Steffen, geht es um das Thema eZigarette. Ein super heißes Thema, was bereits auf deinem Kanal auch heiß diskutiert wurde – von deiner Community. Ich denke, wir können heute ganz sinnvoll unterwegs sein, weil ich tatsächlich einer von denen bin, die eine benutzen. Ich habe jetzt seit 2012 eine. Weil ich selbst vorher starker Raucher war, kann ich heute vielleicht auch etwas beisteuern und du selbst von der Seite des Gesundheitsexperten nochmal ganz anders draufschauen kannst.

Ihr könnt zu diesem Thema gerne über den Messenger Service gerne mit uns in den Austausch treten und eure Fragen stellen. Wir können dann im Nachgang noch mit Steffen ein kleines Update nachschieben, um eure Fragen zu beantworten.

Steffen, lass uns das noch einmal klären für die Leute, die es noch nicht wissen – was ist eigentlich eine eZigarette?

Steffen: Eine eZigarette ist eigentlich ein Vernebler. Deshalb stoßen sich natürlich gerade die Nutzer oder Kenner an dem Wort Zigarette – hier wird ja kein Tabak verbrannt, wie bei der klassischen Zigarette, sondern es wird ein Lösungsmittel in dieser eZigarette verdampft. Deshalb nennen sich die Nutzer auch gerne Dampfer. Das ist das Entscheidende, es wird mit anderen Temperaturen gearbeitet und diese Lösung wird in die Dampfphase gebracht und dann inhaliert. Klassischerweise- würde ich mal behaupten – ist diese Lösung dann mit Nikotin versetzt, um natürlich auch den Effekt zu haben, wie bei einer Zigarette. Es gibt sie aber natürlich auch aromatisiert und da spricht man in der Regel von der elektronischen Shisha, eShisha oder wie auch immer man das “Dingen” dann nennen möchte, aber das ist der große Unterschied, dass eZigaretten, elektrisch betriebene Zigaretten durch eine Spannung, durch einen eingelagerten Akku dieses Lösungsmittel verdampfen. Diese Lösungsmittel bestehen in der Regel aus Propylenglycol, Glycerin eventuell. Das sind Kombinationen aus zwei Stoffen, die sehr gut verdampft werden können, die aber dann auch entsprechend diesen Dampf beim Ausatmen erzeugen, die der Raucher ja auch haben möchte. Also, dass man entsprechend eine kleine Dampfwolke sieht. Es ist bestimmt den meisten schon aufgefallen, dass diese Teile ordentlich dampfen. Das sieht man auch auf den Straßen, wenn man die Leute ein wenig beobachtet.

Norman: Ich würde gerne mit dir jetzt in die Zielgruppen reingehen, weil es gibt beim Dampfen ja zwei Arten zu dampfen. Man kann entweder backedampfen, du ziehst hierbei an der eZigarette quasi, wie bei einer normalen Zigarette auch, holst als erstes den Dampf in den Mundraum und inhalierst es dann und das andere ist das Sub-Ohm-Dampfen, wo man direkt auf Lunge inhaliert. Jetzt komme ich zur Zielgruppe, denn was ich so interessant finde ist, dass das eine, so wie ich, Leute sind, die vorher geraucht haben und die auf eZigarette umgestiegen sind. Das sind – ich verallgemeinere jetzt sehr stark – in der Regel die Backedampfer. Und dann – und das ist auch eine Problematik, auf die wir eingehen können – wenn ich an Jugendliche denke, die nie eine Zigarette in der Hand gehabt haben, das sind oftmals die Subohmdampfer. Die also direkt auf Lunge inhalieren, weil es cool oder sonstwas ist. Ich glaube generell dürfen wir an dieser Stelle sagen, dass eine eZigarette auf keinen Fall gesund ist. Wir reden von Nikotin. Da sagst du sicher gleich auch noch etwas dazu, aber wir wollen heute ein wenig herausarbeiten, zum einen was der Unterschied zu den klassischen Pyros – wie man es so schön sagt -, zu den Zigaretten ist und zum anderen, wo eine eZigarette durchaus auch helfen oder zumindest unterstützen kann.

Jetzt habe ich schon wieder zu viel geredet, aber vielleicht noch einmal kurz zu den Zielgruppen: Wenn wir uns die Raucher anschauen, die auf eine eZigarette umsteigen wollen – inwieweit würdest du aus deiner Perspektive sagen, dass es grundsätzlich eine gute Idee ist, sofern er es nicht schafft ganz aufzuhören?

Steffen: Das ist genau das, weshalb ich das erste Video zu dem Thema gemacht habe, weil ich nicht 100%-ig nachvollziehen kann, warum unsere Bundesregierung so gegen die eZigarette wettert. Wir wissen alle, dass die klassischen Pyros – wie du sie so nett beschrieben hast – massivst mit Schadstoffen einhergehen, aufgrund der Verbrennungsprodukte des Tabaks. Wir wissen wie viele Krebstote es weltweit gibt. Um jetzt keine falsche Zahl zu nennen, aber ich meine es wären um die 6 Millionen, die weltweit jährlich an Krebs versterben und wir können durch einen Umstieg, den wir idealerweise von oben mit befürworten, also von Regierungsseite, sehr sehr schnell unheimlich viele Menschenleben retten, weil wir natürlich mit diesen ganzen Schadstoffen von jetzt auf gleich nicht mehr in Kontakt kämen, wenn wir auf eine eZigarette umsteigen. Hier haben wir keine Verbrennungsprodukte aus dem Tabak. Wir diese ganzen krebserregenden Stoffe nicht. Wir haben keine Teere etc., das was man halt so kennt und was auf den Packungen auch entsprechend mit angegeben ist. Das ist eigentlich auch das, wo ich sage: Da muss mehr Aufklärung erfolgen. Klar ist sie nicht ungefährlich; sie ist auch nicht gesund – das hast du richtig beschrieben und das würde ich auch nie sagen. Ich würde nie einem Jugendlichen oder einem jungen Menschen raten “Ach, fang mal mit der eZigarette an. Das ist super cool, das ist toll, das wird dir gefallen”. Das ist natürlich völliger Blödsinn in dieser Diskussion. Es geht hier nicht um den Einstieg in irgendein neues Produkt, aber der Umstieg ist meiner Meinung nach extremst wertvoll für alle Raucher, weil sie ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, wenn sie es nicht schaffen komplett aufzuhören. Das ist oftmals das Thema, dass die Raucher das nicht schaffen oder nicht schaffen wollen – man weiß es nicht so genau.

Norman: Ja, aber an dieser Stelle: Respekt an jeden, der es schafft! Ich finde das großartig.

Steffen: Ja. Zu denen gehöre ich auch. Ich habe lange geraucht zu Unizeiten, bis ich irgendwann gemerkt habe: Das ist als Apotheker nicht sonderlich praktisch. Ich habe es aber auch erst 2000 geschafft auszusteigen. Seitdem bin ich Nichtraucher, aber ich bin nicht derjenige, der gegen Raucher wettert. Ganz im Gegenteil, aber ich kann nachvollziehen, welche Probleme man als Raucher hat, wenn man aufhören möchte, ja.

Norman: Könnte es sein, dass die Bundesregierung das deswegen nicht weiter fördert, weil sie ja im Grunde von den eZigaretten keinen finanziellen Nutzen hat? Ich glaube, dass ich als Ex-Raucher oder generell die Raucher natürlich mit den Steuern dem Staat eine gute Einnahmequelle liefern. Ich meine, ich kann das natürlich verstehen, dass das der Staat nicht besonders toll findet, wenn Jahr für Jahr auf einem 1-2 Mio. auf’s Dampfen umsteigen.

Steffen: Wenn man die Zahlen mitverfolgt, dann sind es mittlerweile über 2 Mio., ja.

Norman: Da partizipiert der Staat ja nicht mit. Er verdient beim Liquid, die die Dampfer kaufen, zum Beispiel nicht mit.

Steffen: Ja, das ist natürlich ein Thema und es ist natürlich auch immer wieder das, was ich auch immer wieder unter meinen Videos in den Kommentaren unzählige Male miterlebe, dass dieses Argument kommt. Ich kann das nachvollziehen, ich könnte mir auch vorstellen, dass es richtig ist. Auf der anderen Seite sage ich mir, wenn das so ist: Wo leben wir? Dass eine Regierung sagt “Nee, das können wir nicht unterstützen”, obwohl sie eigentlich alle wissen, dass es um etwas Gutes geht, weil es um Steuergelder, um Einnahmen geht. Der Gedanke an sich ist ja schon ein bisschen krank – um das mal deutlich zu sagen. Dass Leute, die für das Wohl ihrer Bevölkerung zuständig sind, solche Entscheidungen in die Richtung treffen, weil sie dann keine Geldeinnahmen mehr haben. Vorstellbar ist es, ich kann es aber natürlich auch nicht 100%-ig sagen, weil ich es nicht weiß, genau wie du auch. Es sind Spekulationen, aber vorstellen kann ich mir das schon.

Norman: Ja, vielleicht machen wir einen kleinen Exkurs in meinen Change-Prozess. Ich habe tatsächlich eine Schachtel oder auch mehr am Tag geraucht und habe mich dann auf diese eZigarette eingelassen. Ich habe gedacht: Okay, wenn das für mich funktioniert – also, wenn ich einen Tag ohne Zigaretten auskomme -, dann steige ich komplett um. Ich habe das dann tatsächlich geschafft. Es war also dieses Experiment, bin am nächsten Tag zur Mülltonne und habe die ganzen Zigaretten weggeschmissen.

Was mich tatsächlich überzeugt hat – und glaube mir, ich habe alles ausprobiert. Von irgendwelchen Injektionen von Heilpraktikern zur Rauchentwöhnung, Nikotinpflaster, Nikotinkaugummis, also alles was es gibt, habe ich probiert und es hat bei mir nicht funktioniert. Das was mich tatsächlich von der eZigarette überzeugt hat waren für mich als Raucher nur Vorteile. Zum einen hatte ich den ganzen Dreck und den Gestank nicht mehr. Ich hatte nach zwei Wochen schon – das mag auch an meinem Zigarettenkonsum gelegen haben – eine viel bessere Kondition. Ich bin die Berge viel schneller hoch, ohne nach Luft zu schnappen. Es war im Brustraum ein viel freieres Gefühl bei mir. Ich hatte den gewohnten Rauch, also den Dampf. Das was ein Raucher gewohnt ist, die gewohnte Umgebung war damit weiterhin gegeben. Ich konnte dort dampfen, wo ich vorher geraucht habe. Eigentlich habe ich also keine Einschränkung und trotzdem hatte ich das Nikotin, von dem ich ja abhängig bin.

Steffen: Absolut. Du beschreibst genau das, was mir auch alle “Umsteiger auf Dampf” beschreiben. Es geht immer um das gleiche Thema: Viel bessere Kondition, das schon wirklich nach wenigen Tagen, wo man es fast nicht für möglich hält. Und das was ich raushöre ist, dass es ganz wichtig ist, am Anfang eher mit höheren Nikotinwerten zu dampfen – ich weiß nicht, ob du das bestätigen kannst. Viele gehen da zu zaghaft dran und kommen dann nicht wirklich mit der Umstellung klar. Das ist das, was ich in den Gesprächen rausgehört habe, dass das wohl sehr wichtig ist. Dass man dort also nicht zu früh anfängt herunterzuschrauben, sondern lieber das Nikotin ein bisschen höher ansetzt.

Norman: Es sind eigentlich zwei Faktoren: Einmal das, was du gerade gesagt hast. Es gibt ja 12 mg und da habe ich auch angefangen. Ich bin jetzt übrigens auf unter 3 mg. Da kommen wir gleich vielleicht auch nochmal zu, in welche Richtung sich das bewegen kann. Und der zweite Faktor ist die Technik. Es kommt echt drauf an, welche eZigarette für dich am besten geeignet ist und ein zweiter Akku, damit du über den Tag kommst. Das Schlimmste ist, wenn du anfängst und dann feststellst, dass der Akku nicht reicht und dann kaufst du wieder Zigaretten. Dann hast du den Rückfall. Das muss man also gut vorbereiten und nicht blindlings loslaufen.

Was ich auch noch sehr spannend fand: Ich wollte in einem Selbstexperiment ausprobieren, wie mein Blutbild, Sauerstoffsättigung im Blut und das Lungenvolumen verändert. Das war ganz krass, weil ich habe in einem Abstand von 12 Monaten, also genau ein Jahr später gemessen, wie das mit der eZigarette war und völlig klar: Auch der Blutdruck usw. hat sich alles verbessert. Die Blutwerte wurden besser und ich hatte ein wesentlich besseres Lungenvolumen und eine wesentlich bessere Sauerstoffsättigung. Das war wirklich erstaunlich, aber wie gesagt, das war mein Fall. Für mich war das schon eine Erkenntnis und eine Bestätigung dafür, dass es auf jeden Fall der richtige Schritt in die richtige Richtung war.

Steffen: Absolut. Für dich erstaunlich, mich wundert das überhaupt nicht. Es hätte mich jetzt gewundert, wenn du etwas anderes gesagt hättest. Eigentlich ist es klar, dass nach 12 Monaten die Lunge solche Zeichen senden muss. Ganz klar.

Norman: Lass uns mal über die Inhalte sprechen. Du hast es vorhin kurz angedeutet. Vielleicht können wir das kurz erklären für diejenigen, die mit den Begrifflichkeiten nichts anfangen können. Wir sprechen ja bei der Zigarette von 4.000 Inhaltsstoffen. Das ist ja mal eine pauschale Angabe, was auch immer das sein soll. Was genau ist denn in einem Standardliquid drin? Was ist den Propylenglykol? Ich lese das tatsächlich gerade ab.

Steffen: Propylenglykol und Glycerin sind die beiden Hauptbestandteile. Wir nennen das so schön “Feuchthaltemittel”. Propylenglykol ist auch der Bestandteil in Nebelmaschinen. Propylenglykol lässt sich hervorragend verdampfen, vernebeln und zieht dann diesen Rauch, den man haben möchte. Man sieht ihn dann dementsprechend in der Luft hervorragend. Da eignet sich dieser Stoff. Er ist ein klassischer Hilfsstoff, den wir auch in der Pharmazie durchaus nutzen. Klar, weiß man beim Propylenglykol noch nicht wirklich viel über die gesundheitsschädlichen oder eventuell gesundheitsschädlichen Auswirkungen beim direkten verdampfen über eine eZigarette. Das wird und ist auch ein Grund, warum gerade die Bundesregierung, aber auch entsprechende Krebsinstitutionen von der eZigarette, in Deutschland zumindest – das ist ja auch in europäischen Ländern ganz anders – warnen. Man sagt “wir wissen da noch zu wenig darüber”. Das ist beim Propylenglykol tatsächlich so. Die Frage ist aber: Was kann in Propylenglykol tatsächlich schädlicher sein, als in 4.000 Inhaltsstoffen einer Zigarette? Ich sehe da große Vorteile, auch wenn wir noch nicht bis ins kleinste Detail klären können, wie es tatsächlich auf der gesundheitlichen Seite aussieht.

Norman: Ja, weißt du, wo Propylenglykol oder Glycerin sonst noch drin ist? Gibt es da Vergleiche?

Steffen: Beim Glycerin ist es ganz einfach. Das ist auch ein klassisches Feuchthaltemittel. Das kennt eigentlich jeder im Haushalt. Das ist das kleine Fläschchen, was man ins Tannenbaumwasser zu Weihnachten reinkippt, was einfach die Feuchtigkeitsversorgung vom Baum länger gewährleistet oder wir schmieren damit unsere Dichtungen im Winter vom Auto ein, damit die nicht einfrieren. Es ist ein sehr schönes, klassisches Feuchthaltemittel, was allerdings zum Beispiel auch in Lebensmitteln enthalten ist. Glycerin kommt in vielen Lebensmitteln vor, weil es der Bestandteil von sogenannten Triglycerinen ist. Triglycerin kennen viele. Die Fette, die in Nahrungsmitteln drin sind, da sind die Fettsäuren an Glycerin gebunden, deshalb drei, also Triglycerine – da steckt das Glycerin drin. Drei Fette an Glycerin gebunden. Es ist ein natürliches Mittel, was auch wie gesagt in Fetten vorkommt, aber wir nutzen das reine Glycerin in der Kosmetik zum Beispiel als entsprechenden Bestandteil bei Cremes, Lotionen und im Haushalt kennt man es vor allen Dingen als Feuchthaltemittel zum Einschmieren von Dichtungen oder anderen Dingen.

Norman: Dann haben wir noch Lebensmittelaromen. Da kann sich jeder überlegen, was er für einen Geschmack haben möchte.

Steffen: Korrekt. Da wissen wir natürlich auch nicht, was mit den Aromen beim Inhalieren passiert. Das ist geprüft als Lebensmittel, aber die landen ja im sauren Magen und nicht unbedingt Inhaliert in der Lunge. Auch das ist immer ein Fall, da weiß man nicht immer, was bei der Wärmeeinwirkung des Verdampfens passiert. Aber, wenn man da geprüfte Aromen hat, dann ist es meiner Meinung nach nicht ganz zu kritisch zu sehen.

Das war der 1. Teil mit Steffen Kuhnert und damit ihr nicht zu lange warten müsst, veröffentlichen wir schon in zwei Tagen den 2. Teil des Interviews.