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Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken, Empfindungen, Charakterzüge. Dies gilt auch für die Welt des Abnehmens und der Fitness. Fitnesszeitschriften predigen eine bestimmte Diätform für einige Zeit als einzig wahren Weg und dann wird diese von der nächsten Theorie abgelöst. Wer sich nun wundert, warum alles, was doch als so sicher galt ständig überholt wird: Weil es nicht den einen richtigen Weg gibt. Ja, es gibt Dinge, die allgemein gültig aufgefasst werden können. Doch vor allem muss alles, was Du je über Abnehmen und Fitness hörst, stets im Kontext betrachtet werden. Für jeden Menschen und auch für jede Situation eignen sich andere Methoden und was heute passt, muss morgen nicht unbedingt immer noch passen.

Eine Geschichte aus dem Fitnessstudio

Es gibt gute Trainer und schlechte Trainer. Und oft hat das überhaupt nichts mit ihrem sportlichen Können zu tun. Ich erinnere mich an eine Geschichte, in der ich mich mit einem Trainer-Kollegen in die Haare bekam, weil er auf einer Frau rumhackte, die auch nach zwei Wochen Training noch keine fünf Liegestützen hinbekam. Er erzählte ihr ausführlich, dass alles nur eine Frage des Trainings sei, dass sie einfach härter hätte arbeiten müssen und dass sie vermutlich einfach faul gewesen sei. 
Es war der Frau anzusehen, dass sie den Tränen nahe war. Sie versicherte ihrem Personal Trainer, dass sie alles getan hätte, was er ihr als Hausaufgabe mitgegeben hatte.

Dies war der Moment, in dem ich den Trainer fragte, wie es um seine Bauchmuskeln stünde. “Gut”, sagte er und zeigte stolz sein Sixpack. Ich bat ihn daraufhin, auf die schnelle 20 seitliche Sit Ups zu machen. Für alle, die sich nun fragen, wie das aussieht: Man legt sich in Fötusstellung seitlich auf den Boden und hebt dann den Oberkörper an. Der Clou dabei: Menschen mit einer ausgeprägten Taille (vorausgesetzt sie trainieren diese Muskeln) fällt dies nicht weiter schwer. Menschen ohne sichtbare Taille (also beispielsweise trainierte Männer) haben es sehr viel schwerer. Und zwar einfach, weil ihre Muskeln im Weg sind und ihnen die Bewegung erschweren. So auch in diesem Fall. Mein Trainer-Kollege kam richtig ins Schwitzen und erklärte nach seinen heldenhaft gemeisterten 20 Wiederholungen, dass diese Übung nun ja auch wirklich Königsklasse sei. Ich führte daraufhin die Übung aus und bekam ein “Naja, wenn Du das ständig trainierst, ist das ja auch kein Wunder, dass Du das hinkriegst!” Daraufhin bat ich seine Klientin, dieselbe Übung zu absolvieren. Auch sie schwitzte, kämpfte sich jedoch ebenfalls meisterhaft durch alle 20 Wiederholungen. Der Personal Trainer staunte nicht schlecht.

Andere Körper, andere Sitten

Sein Interesse geweckt, stellte ich ihm dann die entscheidende Frage: „Was glaubst Du, welcher Körperteil von Dir ist am schwersten?” – „Die Schultern, die sind am breitesten!”, antwortete er stolz. Ich stellte seiner Kundin die gleiche Frage – „Die Hüfte vermutlich, da sitzt der meiste Speck…”, antwortete sie schüchtern. Ich nickte. Bei einer Liegestützenhaltung ist fast der gesamte Körper in der Luft und muss sich selbst dort halten. Das erfordert Kraft. An den beiden Enden, wo Arme und Füße uns stützen, weniger, in der Mitte, wo wir planken, mehr. Eine Frau hat meist breitere und damit schwerere Hüften, was den Teil, der in der Luft hängt, schwerer macht. Ein Mann hat meist breitere Schultern. Der schwerste Teil wird also direkt gestützt und damit leichter, da das Gewicht durch die ausgestreckten Arme in den Boden weiter geleitet wird. Eine Frau hat außerdem einige Kilos mehr im Brustbereich, einfach dadurch, dass sie Brüste hat, die nicht nur aus selbsttragenden Muskeln bestehen. Dies sind Stereotypen und natürlich gibt es etliche Frauen, die wunderbare Liegestützen hinbekommen und etliche Männer, denen dies ebenso schwer fällt.

Der richtige Trainer, die richtige Diät

Was diese Geschichte jedoch zeigen soll: Es ist nicht immer nur Training und Determination. Ja, beides ist wichtig und ja, wir können uns in jedem Fall verbessern. Manchmal ist jedoch eine Übung aus bestimmten körperlichen Gründen leichter für den einen zu erlernen und schwerer für den anderen. Ein guter Trainer wird dies erkennen und den für Dich richtigen Weg wählen, der Dich nicht nur zum Ziel bringt, sondern Dir auch Selbstvertrauen gibt, statt es Dir zu rauben.

Ebenso ist es mit der richtigen Diät. Manche Menschen brauchen einen Schlemmertag, um sich die restlichen 6 Tage zur Diät motivieren zu können. Für andere bedeutet ein Schlemmertag das Ende, da sie, einmal angefangen, nicht mehr aufhören können zu sündigen.
 Einige Menschen schwören auf Low-Carb, andere auf Low-Fat.
 Wie aber findest Du Deine ganz eigene Methode?

Probieren geht über Studieren

Da musst Du durch: Ohne es ausprobiert zu haben, wirst Du kaum wissen können, was für Dich funktioniert und was nicht. Hilfe bekommst Du von Gruppen, wie Weight Watchers oder der Abnehmgruppe Deines Fitnessclubs. Oder Du holst Dir einen Personal Trainer, der Dich auf Deinem Weg begleitet. Das Budget fehlt Dir? Macht nichts! Auch der Fitness Instructor in Deinem Fitnessstudio um die Ecke sollte einiges über Diäten wissen. Frage jeden, dem Du vertraust, jeder, der so aussieht, wie Du aussehen möchtest, jeden, der etwas Interessantes sagt. Sammle so viele Meinungen, wie Du kannst und möchtest. Aber vertraue nicht blind darauf.

Unser bester Freund und Helfer

Letzten Endes brauchst Du nur einen Berater: Deinen eigenen Körper. Dein Bauch sagt Dir, was richtig ist und damit ist nicht die Flachheit Deines Bauches gemeint. Wir verlernen oft, in uns hineinzuhorchen und auf unsere Instinkte zu vertrauen. Die gute Nachricht ist aber: Wir können dies wieder erlernen! Höre Dir all diese Informationen an und checke dabei, wie Du darauf reagierst. Bist Du kritisch? Falls ja, warum? Ist das vielleicht einfach eine Versagensangst, die aus Dir spricht, oder zweifelst Du tatsächlich an der Aussage? Sei ehrlich mit Dir selbst und hab keine Angst, Neues auszuprobieren oder etwas aufzugeben, das nicht klappt. Es gibt für jeden von uns einen Weg, gesünder und besser zu leben. Dies muss aber nicht der Weg in der aktuellen Fitnesszeitschrift sein. Es schadet jedoch nicht, diese zu lesen und diesen Weg auszuprobieren. Und bedenke immer, dass alles eine Gewöhnungsphase braucht. Wenn also etwas nicht in den ersten zwei Tagen klappt, wirf es nicht gleich über Bord. Ein bis zwei Wochen reichen normalerweise aus, um sich wirklich eine Meinung zu bilden. Besser ist ein ganzer Monat. Dann sind die Anfangsschwierigkeiten überstanden und Du kannst wirklich eine Aussage treffen.

Im Dschungel der Diäten

Ob nun mehr Sport, FDH, Low-Carb oder eine Kombination aus allem. Du allein spürst, was wirklich eine Veränderung bewirkt und sich natürlich gut anfühlt. Dennoch gibt es eine Reihe von Experten, die Dir Tipps geben können. Auf sich selbst zu hören heißt also nicht, die Augen und Ohren vor Tipps und Hilfe zu verschließen. Sei es Deine Mutter oder der lizenzierte Fitness-Coach. Ratschläge sind immer gut. Was Du dann damit machst, bleibt Deine Sache. Es ist ein bisschen wie eine Dschungeltour. Der Guide ist nützlich, da er Fachwissen hat und Dir vermutlich besser erklären kann, wie Du Dich im Angesicht einer Riesenschlange verhalten solltest und wie Du sie halten kannst. Dein eigenes Bauchgefühl (und in diesem Fall der gesunde Menschenverstand) wird Dir jedoch auch sagen, ob die Tipps des Guides logisch erscheinen und ob Du Dich wohl dabei fühlst, dieser Riesenschlange überhaupt nahe zu kommen.
Lerne, auf Dich zu hören und trotzdem die Ratschläge von qualifizierten Menschen zuzulassen. Probiere aus und sei neugierig. Auf diesem Weg findest Du die Abnehmmethode, die persönlich auf Dich zugeschnitten ist und funktioniert.